Düsseldorf - Ende des Prozesses gegen „Sauerland-Gruppe” nicht in Sicht

Ende des Prozesses gegen „Sauerland-Gruppe” nicht in Sicht

Von: ddp-nrw
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Der Angeklagte Adem Yilmaz in Düsseldorf im Verhandlungssaal des Oberlandesgerichtes. Zwei der geständigen Terroristen der Sauerland-Gruppe waren nach eigener Aussage an zwei Raketenangriffen auf US-Militärlager in Afghanistan beteiligt. Foto: dpa

Düsseldorf. Trotz der Geständnisse der vier Mitglieder der terroristischen „Sauerland-Gruppe” ist ein Ende des Prozesses gegen die mutmaßlichen Islamisten vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf nicht abzusehen.

Die Einlassungen der Angeklagten müssten vor Gericht genau auf ihre Glaubwürdigkeit überprüft werden, sagte OLG-Sprecher Ulrich Egger auf ddp-Anfrage. Das sei sehr zeitaufwendig.

Die rund 1200 Seiten langen Protokolle der Vernehmungen der Männer durch das Bundeskriminalamt werden derzeit in der Verhandlung vorgetragen. Die darin enthaltenen Aussagen der Angeklagten müssten dabei genau miteinander abgeglichen werden, betonte Egger: „Es ist nicht so, dass die Seiten in der Verhandlung einfach verlesen und dann abgehakt werden.”

Bislang hat das OLG in dem Verfahren Verhandlungstermine bis Ende Dezember angesetzt. "Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass es noch länger dauern wird”, betonte Egger. Vor Gericht sei der erste Komplex zum Thema des Kennenlernens der Gruppe und ihrer Ausbildung in einem Terrorcamp in Pakistan abgeschlossen.

Ab kommender Woche werde es in der Verhandlung um den Einzug der Männer in das Ferienhaus im Sauerland und damit die eigentliche Anschlagsvorbereitung in Deutschland gehen.

Den Angeklagten im Alter von 23 bis 30 Jahren wird vorgeworfen, Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant zu haben. Laut Anklage hatten sich die vier Männer zwölf Fässer mit Chemikalien beschafft und in einer Ferienwohnung im sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, daraus Sprengstoff herzustellen. Vor zwei Jahren wurden sie dort festgenommen.

Seit April stehen sie vor Gericht. Ursprünglich sei für den Prozess eine Länge von zwei Jahren veranschlagt worden, sagte Egger. Durch die Geständnisse werde sich die Dauer voraussichtlich aber verkürzen.
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