Köln - Eliteschule des Fußballs: Kölner Realschule bildet Kicker aus

Eliteschule des Fußballs: Kölner Realschule bildet Kicker aus

Von: Andreas Breuer, dpp
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Eliteschule Köln Fußball Ausbildung
Der 16-jährige kroatische Schüler und Spieler der U-17-Mannschaft des 1.FC Köln, Stipe Batarilo,auf dem Trainingsgelände des 1.FC Köln im Stadtwald in Köln. Wenn er über seine berufliche Zukunft berichtet, wirkt Stipe Batarilo, Spieler der U-17-Mannschaft des 1.FC Köln, gradlinig und selbstbewusst. Der 16-jährige Kroate, der in Deutschland geboren wurde, ist Teil eines Förderungsprojekts zwischen Schulen und Profi-Vereinen. Er besucht die Elsa-Brändström-Realschule in Köln - eine Eliteschule des Fussballs. Foto: ddp

Köln. Wenn er über seine berufliche Zukunft berichtet, wirkt der 16 Jahre alte Stipe Batarilo gradlinig und selbstbewusst: „Ich will Fußballprofi werden - das ist mein großer Traum”, sagt der Spieler der U-17-Mannschaft des 1. FC Köln.

Der in Deutschland geborene Kroate gehört einem Förderungsprojekt zwischen Schulen und Profi-Vereinen an. Er besucht die Elsa-Brändström-Realschule in Köln - eine „Eliteschule des Fußballs”.

„Eliteschulen des Fußballs sind gut funktionierende Verbundsysteme aus Schule, Leistungszentrum und Verband”, definiert DFB-Projektleiter Claus Junginger die Förderungsnetzwerke. Ziel sei es, sowohl die schulische als auch die sportliche Karriere der Nachwuchskicker so effektiv wie möglich zu unterstützen.

Dafür müssen die Schulen an das Leistungszentrum eines Vereins gekoppelt sein und „höchste Qualitätsstandards” erfüllen. Die Leistungszentren für den Juniorenfußball sind wiederum eine Bedingung dafür, dass ein Verein eine Bundesligalizenz erhält.

Die „Qualitätsstandards” an den Eliteschulen, von denen die erste 2006 in Cottbus mit dem Prädikat ausgezeichnet wurde, kommen dem jungen Stipe tagtäglich zugute. „Um 6.40 Uhr ist Aufstehen angesagt, dann fährt mein Vater mich zur Schule, die um 8.00 Uhr beginnt”, erzählt er. Dann folgen sechs Stunden Unterricht, Hausaufgabenbetreuung, gemeinsames Mittagessen - Stipes Alltag ist bis ins kleinste Detail geplant. „Das Essen wird von einem Catering-Service bereitgestellt, der auf sportlergerechte Ernährung achtet”, erklärt Kathrin Schrage, Pressesprecherin für den FC-Nachwuchs.

Wenn für seine Schulkameraden am Nachmittag Sportunterricht auf dem Stundenplan steht, macht Stipe sich auf zum nahe gelegenen Geißbockheim: Von 17.00 bis 19.00 Uhr zwei Stunden Training beim FC - schwitzen für den großen Traum. An den strammen Tagesablauf hat sich der Zehntklässler, der seit acht Jahren beim 1. FC Köln spielt, mittlerweile gewöhnt: „Trotzdem fällt es nicht immer leicht, so wenig Freizeit zu haben”, räumt er ein.

Aber seine Einsatzbereitschaft lohnt sich: Stipe ist ein Paradebeispiel für ein funktionierendes Förderungssystem. „Eigentlich könnte ich noch in der U16 spielen, aber U17-Trainer Dirk Lottner hat mich in seine Mannschaft geholt”, berichtet der offensive Mittelfeldspieler stolz. Dieses Vertrauen zahlt Stipe mit Leistung zurück: In den jüngsten drei Spielen in der B-Junioren Bundesliga West hat er jeweils ein Tor erzielt.

Neben der sportlichen Ausbildung sind aber auch Einzelunterricht und zeitlich flexible Klausurtermine zentrale Bausteine des Projekts: „Die Einzelbetreuung ist besonders vor Klausuren klasse. So kann ich Defizite trotz des straffen Zeitplans schnell aufholen.”

Seit 2001 kooperiert die Elsa-Brändström-Realschule mit dem 1. FC Köln. „Seitdem haben wir schon einige Spitzensportler gemeinsam ausgebildet”, berichtet Schulleiterin Beate Weisbarth. So drückten bei ihr neben den U17-Europameistern Reinhold Yabo und Bienvenue Basala-Mazana auch Taner Yalcin (alle 1. FC Köln) und Ron-Robert Zieler (heute Manchester United) schon die Schulbank.

In deren Fußstapfen möchte auch Stipe Batarilo treten. Er konzentriert sich voll und ganz auf sein Ziel Profifußball, will sich aber auch absichern, falls der große Traum platzen sollte. Hilfreich ist dabei das Verbundsystem der Realschule und dem Kölner Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg. „Wenn ich die zehnte Klasse geschafft habe, mache ich am Berufskolleg das Fachabitur”, sagt der junge Sportler.

Mit 30.000 Euro im Jahr werden derartige Eliteschulen, von denen es deutschlandweit mittlerweile 28 gibt, vom DFB unterstützt. Eine Finanzspritze, die offensichtlich Wirkung zeigt: „Dieses Jahr habe ich schon zweimal für die kroatische U17-Nationalmannschaft gespielt. Aber mein größter Erfolg war das Siegtor zum 2:1 im Derby gegen die bis dahin ungeschlagenen Leverkusener”, erzählt Stipe Batarilo, der auch für Deutschland spielen könnte.
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