Elisengarten in 90 Sekunden gestürmt

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
Polizei überwältigt einen Aachener Ausbrecher
Am „Tag der Polizei” präsentierte sich die Polizei an 13 verschiedenen Standorten in Aachen der Bevölkerung. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Den Zugriff auf die beiden Bankräuber am Elisenbrunnen erleben Michaela Lipke und ihre beiden Kinder Christian und Marie-Christine aus der ersten Reihe.

Ganz vorne am Absperrgitter mit freier Sicht auf sechs vermummte Polizeibeamte, die sich aus ihrem heranfliegenden Eurocopter EC 155 ohne Sicherung aus etwa 15 Metern Höhe abseilen, mit Blendgranaten auf das gerade eintreffende Fluchtfahrzeug schießen, die Türen aufbrechen und die verdutzten Geiselnehmer im Handumdrehen außer Gefecht setzen. Und natürlich die Geisel unverletzt befreien.

Das alles in gerade einmal 90 Sekunden. Spektakulär ist die Situation im Elisengarten, gefährlich ist sie nicht. Deswegen kann Familie Lipke ganz entspannt zuschauen.

Es handelt sich schließlich nur um eine Übung des Spezialeinsatzkommandos der Polizei (SEK) NRW, die sich am „Tag der Polizei” an 13 verschiedenen Standorten in Aachen der Bevölkerung präsentiert.

Historische Polizeifahrzeuge, Fahrsimulatoren, fingierte Unfälle und die Arbeit der Mordkommission sind ebenso zu bestaunen wie die neueste Radartechnik und musikalische Darbietungen der Polizeikapelle. Doch die SEK-Übung im Elisengarten, bei der mehr als 1000 Interessierte zuschauen, ist unzweifelhaft der spektakuläre Höhepunkt des Tages.

Ein paar hundert Meter weiter bekommt Michael Kaiser von dem Trubel nicht viel mit. In der Blondelstraße, zwischen alten Fords und Opeln steht der Kölner Motorradpolizist mit seiner Harley Davidson, Baujahr 1996. Für den Motorrad-Polizisten ist der US-amerikanische „Road King” zwar nicht sein Einsatzmobil, dennoch sein ganzer Stolz. „Die habe ich privat erworben”, sagt Kaiser.

Ja, auch amerikanische Polizei-Motorräder gehören zur Leistungsschau der Polizei. „Wir wollen auch zeigen, wie und womit unsere ausländischen Kollegen arbeiten”, sagt er. Bei den kleinen Zuschauern ist seine Harley ein echter Hingucker, ebenso wie die Fingerabdruckausweise in der Ursulinerstraße. Bei allen den vielen Angeboten scheint eines sicher: Aachen ist für eine Tag der Nabel der nordrhein-westfälischen Polizei.

Der Elisengarten leert sich langsam, die SEK-Beamten verlassen den Einsatzort durch den Hinterausgang, nach wie vor vermummt. Ihre Identität muss geheimgehalten werden. Die Übung ist vorbei. Für Familie Lipke beginnt der „Tag der Polizei”allerdings jetzt erst so richtig. „Wir schauen uns die vielen anderen Sachen ganz in Ruhe an”, sagt Michaela Lipke. Diesmal gerne auch mit ein bisschen weniger Aufregung.
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