Aachen/Ostfildern - Elf Conterganopfer ziehen vor Menschengerichtshof

Elf Conterganopfer ziehen vor Menschengerichtshof

Von: gego
Letzte Aktualisierung:
contergan
Das Schlafmittel Contergan, das 1957 auf den Markt kam und Missbildungen bei Neugeborenen verursachte. Mehrere Conterganopfer-Verbände haben zum Jahreswechsel eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, um ihre Forderungen nach zivilrechtlichen Entschädigungszahlungen durchzusetzen.

Aachen/Ostfildern. Elf contergangeschädigte Schwerbehinderte werden in der kommenden Woche den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anrufen.

Das teilte der Sprecher der Gruppe, Christian Stürmer, auf Anfrage dieser Zeitung mit. Die Conterganopfer wollen damit eine Erhöhung ihrer monatlichen Renten erreichen, die im Moment bis zu 1116 Euro betragen. Dieser Betrag sei aber erheblich zu niedrig, um alle entstehenden Kosten decken zu können, sagte Stürmer.

Ansprüche gegenüber dem Stolberger Pharmaunternehmen Grünenthal können die Conterganopfer nicht mehr geltend machen. Das haben alle Instanzen der deutschen Gerichtsbarkeit inzwischen festgestellt.

Noch im März war eine Beschwerde der jetzt klagenden elf Contergangeschädigten vom Bundesverfassungsgericht nicht zugelassen worden. Die Ansprüche der klagenden Conterganopfer richtet sich daher nun gegen die Bundesrepublik Deutschland.
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