Eiszeitlicher Mammutstoßzahn bei U-Bahnbau gefunden

Von: dpa
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Mammutstoßzahn
Ein eiszeitlicher Mammutstoßzahn ist bei Ausschachtungen zur neuen Düsseldorfer U-Bahnlinie in zwölf Meter Tiefe gefunden worden. Foto: dpa

Düsseldorf. Ein eiszeitlicher Mammutstoßzahn ist bei Ausschachtungen zur neuen Düsseldorfer U-Bahnlinie in zwölf Meter Tiefe gefunden worden. Das Alter des 34 Kilogramm schweren und 1,20 Meter langen Urzeit-Elfenbeins werde auf 10.000 bis 30.000 Jahre geschätzt.

Das sagte Rolf Lommerzheim vom städtischen Amt für Bodendenkmalpflege am Dienstag in Düsseldorf.

Bauarbeiter hatten den Stoßzahn des ausgestorbenen Wollhaarmammuts vor rund zwei Wochen bei Grabungen im neuen U-Bahnhof Pempelforter Straße entdeckt. Das Mammutskelett fanden sie allerdings nicht. Der Stoßzahn wurde wahrscheinlich vor Tausenden Jahren von Abflüssen schmelzender Gletscher fortgetragen, als das heutige Rheingebiet noch eine Tundrenlandschaft war. Mit Hilfe einer DNA-Analyse soll nun das genaue Alter des Dickhäuters bestimmt werden, dessen Größe auf zwei bis drei Meter geschätzt wird.

Der Stoßzahn ist der älteste archäologische Fund bei dem 2008 begonnenen Bau der neuen Wehrhahn-Linie. Zunächst hätten ihn die Arbeiter für einen Leitungsrest gehalten, sagte Lommerzheim. „Schnell wurde aber klar, dass es etwas Besonderes war.” Im Grundwasser war er unter anaeroben Bedingungen über die Jahrtausende konserviert worden. Bereits 2009 war in der Baugrube eines Versicherungsgebäudes in Düsseldorf ein kleinerer Mammutstoßzahn entdeckt worden.

Mammuts, die von Steinzeitmenschen gejagt wurden, starben im nordwesteuropäischen Gebiet vor rund 10.000 Jahren aus. Das Eiszeit-Relikt soll künftig neben anderen Fundstücken in einem archäologischen Präsentationsraum in der U-Bahn gezeigt werden.

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