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Einsatz für Afghanistan: Polizist aus Bad Münstereifel ausgezeichnet

Von: Tonia Haag, dapd
Letzte Aktualisierung:
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Die Einsätze haben sein Leben verändert: Uwe Boes, Kriminalhauptkommissar aus Bad Münstereifel, wurde für sein Engagement als Ausbilder in Afghanistan ausgezeichnet. Foto: dapd

Bad Münstereifel. Die Einsätze haben sein Leben verändert. Neue Kultur, neue Eindrücke und nicht zuletzt eine neue Frau hat Uwe Boes, Kriminalhauptkommissar aus Bad Münstereifel, aus Afghanistan mitgebracht.

Vier Mal ist der 43-Jährige inzwischen dort gewesen, um beim Aufbau der afghanischen Polizei zu helfen. Am Dienstag (13. September) wird er für seine Engagement mit der Afghanistan-Spange in Gold ausgezeichnet.

Es war wohl die Abenteuerlust, die ihn 2005 das erste Mal nach Afghanistan trieb. „2002, als die ersten deutschen Polizisten als Ausbilder dorthin geschickt wurden, hat es schon gekribbelt”, erinnert sich Boes. Einige Jahre später dann habe er seinen Traum, für eine Zeit ins Ausland zu gehen, wahr gemacht.

Sorgen um seine Sicherheit machte er sich damals nicht. Zum einen habe es 2005 noch deutlich seltener Anschläge auf Deutsche gegeben als heute. Zum anderen sei er es auch von seiner Arbeit in Deutschland gewohnt gewesen, mit gefährlichen Situationen umzugehen, sagt der Kriminalhauptkommissar.

Nur noch in gepanzerten Fahrzeugen unterwegs

Inzwischen hat sich die Lage jedoch geändert. Die Anschläge werden zahlreicher und auch die Polizisten, die ins Land geschickt werden, können nicht mehr wie Boes anfangs in einem einfachen VW-Golf über die Straßen fahren. „Heute sind unsere Fahrzeuge gepanzert”, berichtet der Bad Münstereifeler, der in diesem Jahr zuletzt in Afghanistan war.

Angst hat Boes zwar nach wie vor nicht. „Aber wenn ich durch das Land fahre und die Stellen sehe, an denen es wieder einen Anschlag gab, ist es schon ein seltsames Gefühl”, gibt der 43-Jährige zu. Auch die Fernsehberichte über Anschläge versetzen ihm stets einen Stich. „Es ist ein unangenehmes Gefühl zu sehen, dass dort Menschen sterben, weil ich mit dem Land lebe. Es ist meine zweite Heimat geworden”, sagt der 43-Jährige. Immer, wenn er von einem neuen Anschlag höre, hoffe er, dass niemand von seinen Bekannten unter den Toten sei.

Seine zweite Frau kann gut nachvollziehen, was in ihm vorgeht. Schließlich ist auch sie bereits als Ausbilderin in Afghanistan gewesen. Deshalb kann sie auch verstehen, dass es ihn immer wieder in das zentralasiatische Land zieht.

„Afghanen sind sehr wissbegierig”

Zurück zu Freunden, die er in all den Jahren gefunden hat, aber auch zurück zu einer Arbeit, die ihm Spaß macht. „Die Afghanen sind sehr wissbegierig und nehmen alles an, was wir ihnen sagen”, berichtet Boes, der auch in Deutschland Polizisten aus- und fortbildet. Sie lernen von dem Deutschen nicht nur, wie sie sich im Alltag als Polizisten verhalten müssen, sondern auch, wie sie mit besonderen Gefahrensituationen umzugehen haben.

„Das Wichtigste ist, dass sie taktisch gut auf ihre Arbeit vorbereitet werden und über eine gute Ausrüstung verfügen”, sagt der Bad Münstereifeler. Dabei sieht er die Afghanen auf einem guten Weg. „Ich denke, dass sie insgesamt gut aufgestellt sind für ein nicht industrialisiertes Land”, sagt der 43-Jährige.

Wie lange sie wohl noch die Hilfe von außen benötigen, vermag Boes jedoch nicht zu sagen. „Das hängt natürlich auch von der Regierung und der Bevölkerung ab”, gibt er zu bedenken. „Aber ich glaube, dass der Wille besteht, die Selbstständigkeit schnell hinzubekommen.”

Die Afghanistan-Spange hat die Bundesregierung 2010 ins Leben gerufen. Sie wird speziell für Verdienste in der Polizei-Ausbildung verliehen. Mit der Spange in Gold werden Polizisten ausgezeichnet, deren Einsatzzeitraum mehr als 15 Monate betragen hat.
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