Aachen - „Einer der schönsten Soerser Sonntage“

„Einer der schönsten Soerser Sonntage“

Von: Georg Dünnwald
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Das Medienzelt des Zeitungsverlages präsentiert sich den CHIO-Besuchern gleich neben der Mercedes-Benz-Tribüne und zieht viele Schaulustige an. Täglich, zwischen den Wettbewerben, werden dort Interviews mit Sportlern und anderen interessanten Gästen geführt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mit Feuereifer waren die kleinen Reiterinnen und Reiter beim ökumenischen Gottesdienst bei der Sache. Mehrfach durften sie im Dressurstadion auf ihren kleinen Pferden die Runde drehen. Gut kamen bei den zahlreichen Gläubigen auch die Fahnenträger an, die in historischen Kostümen riesengroße Flaggen in den CHIO-Farben Lila, Blau, Grün, Rot, Orange und Gelb.

Klar, dass beim eher feierlichen Gottesdienst, der diesmal wieder einmal ohne Kühe, Schweine, Ziegen, Schafe und Greifvögel auskam, die Aachener Stadtreiter und anschließend die Aachener Prinzengarde unter Leitung ihres Kommandanten Dirk Trampen einritten. Die stolzen Leibwächter des Öcher Karnevalsprinzen ritten in voller Montur ein. Der Gottesdienst hatte das Motto „Haben des Lebens“.

Eine Viertelstunde starker Regen

Die Aachener und die Bewohner der gesamten restlichen Städteregion kommen stets in Massen zum Soerser Sonntag. Diesmal waren es 30.000, die sich trotz wechselhaften Wetters in die Aachener Soers wagten. Und was machen echten „Event“-Narren und Pferdejecken schon ein bisschen Regen aus. Obwohl es zwischen Viertel nach Vier und halb Fünf wie aus Kübeln vom Himmel goss. Da schien Petrus irgendeine Laus über die Leber gelaufen zu sein. Aber es gibt schließlich Schirme und Regenjacken, beide wurden zuhauf – aus Erfahrung – mitgeführt.

Das Showprogramm hatte der ALRV am Sonntag in das Deutsche-Bank-Dressurstadion verlegt. Und das füllte sich zusehends Keiner wollte so attraktive Spiele wie die „Mounted Games“, das sind englische Reiterspiele, „Het Zesspan Flash“, eine niederländische Pony-Stunt-Show oder die Präsentation „Disziplin“ der Voltigiererinnen und Voltigierer verpassen. Auch die Einblicke in die verschiedenen Entwicklungsstufen der Reiterei, auch die Jugendquadrille „Madagaskar“ erfuhr starken Applaus. Und schließlich die Vorführungen des therapeutischen Reitens, die ausgerechnet zum Zeitpunkt des staken Regens gezeigt wurden.

Star des Begleitprogramms war, ist und bleibt Volker Raulf, der mit sonorer Stimme das Programm moderiert und nie um einen gelungenen Scherz velegen ist.

Nostalgie pur verspricht jedes Jahr Toni Gries, der mit seiner Aachen-Burtscheider Tram und seinen beiden Kaltblütern Othello und Bronco stets für Aufsehen erregt. Die Besucher dürfen den Straßenbahnwagen besteigen und bis zur nächsten Station mitfahren. „Stargast“ war diesmal im Kutscherabteil Gries‘ Bruder Hans, der stolz neben seinem Verwandten stand und ein paar Runden mehr mitfahren durfte.

Exklusive Geschäfte

Wer am Soerser Sonntag aufs Turniergelände kommt, weiß, dass es auch „ums sehen und gesehen werden“ geht. Also wird die Ladenstadt mit den exklusiven Zeltgeschäften nahezu gestürmt, sogar eingekauft wird. Alles ums Pferd, aber auch tolle Hüte und Acces­soirs finden stets ihre Kundschaft. Wie die Gastronomie, die keine Probleme hat, offensichtlich dicke Umsätze zu machen. Die „Draußentische und -bänke“ sind jedenfalls immer mehr als gut besetzt. Und da war für jeden etwas dabei. Für den einen die Fritte mit Mayo-Mostert, für den anderen das prall gefüllte Wrap, für Dritte wiederum „Edleres“, das die Portemonnaies ziemlich erleichterte.

Da verwundert es keineswegs, dass auch die großen Landmaschinenhersteller ihre „dicken Ottos“ vorstellen und viel Publikum verzeichneten. Zumal regelrechte „Luxusbusse“ für die edlen Rösser als Transportmittel gezeigt wurden. Pferdehaltung und Landwirtschaft sind ja nicht gerade weit voneinander entfernt.

„Wir sind immer dabei, aber das war einer der schönsten Soerser Sonntage, die wir erlebt haben“, kommentierte eine Mutter das Geschehen.

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