Eine „Wunderkammer” für FC-Fans

Von: Benjamin Jansen
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„Wunderkammer” lässt FC-Herzen
„Wunderkammer” lässt FC-Herzen höher schlagen: Kurator Ansgar Molzberger (l.) und Sammler Manfred Scheuß stellen die Ausstellung vor. Foto: B. Jansen

Köln. Zwischen der rot-weißen Klobrille mit Geißbock-Motiv und Toni Schumachers legendärem blauen Torwart-Trikot fällt sie kaum auf: die persönliche Widmung, die Hannes Löhr hinterlassen hat. „Für Michael, den großen FC-Historiker”, steht auf einem kleinen, ausgebleichten Foto, das den ehemaligen Fußball-Nationalspieler des 1. FC Köln zeigt.

„Eine witzige Geschichte. Hannes Löhr kam damals auf mich zu und hat gefragt, ob er das Foto mit einer kleinen Botschaft versehen darf”, erzählt Michael Scheuß schmunzelnd.

Duschvorhänge, Porzellan, ...

Natürlich durfte die FC-Ikone das Bild signieren. Denn Scheuß sammelt alles, was sich mit dem 1..FC Köln in Verbindung bringen lässt: Trikots, Schals und Autogrammkarten befinden sich ebenso in seinem Besitz wie Duschvorhänge, Porzellan oder Schlüsselanhänger. Das entscheidende Kriterium für seine Sammelleidenschaft: Der Geißbock muss zu sehen sein.

Im Ausstellungsraum des Deutschen Sport und Olympia Museums gibt Scheuß einen kleinen Einblick in seine Sammlung, die er sich in den vergangenen 40 Jahren aufgebaut hat. „Meine FC-Wunderkammer” - so lautet der Titel der Ausstellung, der möglichst viele Fans des FC bis zum 24. Oktober in das Sportmuseum locken soll.

„Begonnen hat alles mit zwei Plastiktüten voller Ordner, mit denen Herr Scheuß unser Interesse geweckt hat”, erinnert sich Ansgar Molzberger. Der Museums-Kurator musste nicht lange überzeugt werden, eine Sonderausstellung ins Leben zu rufen. „Dass die Fansammlung ausgerechnet den 1.FC Köln betrifft, war, auf Grund der Lokalität, das i-Tüpfelchen.”

Die Toni-Schumacher-Vitrine, die neben dem Skandalbuch „Anpfiff” auch ein handsigniertes Trikot der FC-Torwartlegende enthält, eröffnet den Rundgang. „Wir haben jeder Vitrine ein bestimmtes Thema zugewiesen, um Ordnung in das Chaos zu bringen”, sagt Molzberger lachend. Auch bei mehr als 2000 gesichteten Objekten hat er nie den Überblick verloren.

Die zweite Vitrine befasst sich mit „Aufstiegen und Abstiegen”: Umgeben vom Trainingsoverall von Ex-Torwart Stefan Wessels und mehreren Aufstiegsmagazinen befindet sich ein VIP-Bändchen zur Feier des 60-jährigen Bestehens des Kölner Fußballklubs - ein Sammlerstück, auf das Scheuß besonders stolz ist: „Das war für mich ein absolutes Highlight: Ich kannte alle Personen im Raum, mich aber nur die wenigsten.” Im Geißbockheim, Trainingsstätte des FC, ist er Dauergast.

Auch Ansgar Molzberger hat sein persönliches „Wunderkammer”-Highlight schnell gefunden. „Ich habe genau den Schlüsselanhänger entdeckt, den ich als kleiner Junge besessen habe”, berichtet der Kurator. „Das ist das Besondere an der Ausstellung: Jeder Besucher geht auf Entdeckungsreise.” Die Tradition kommt während des Rundgangs nicht zu kurz. Ein Zeitungsartikel zeigt die Meistermannschaft von 1960: Elf Kölner, die sich ausschließlich auf „kölsch” verständigten.

„Einige Teile habe ich im Internet gefunden. Durch das Web ist die Suche zwar viel leichter geworden, aber leider auch teurer”, bedauert der leidenschaftliche Sammler. Ein rot-weißer Schal, handgestrickt von der Oma, das erste Scheuß´sche FC-Trikot und die erste Eintrittskarte schließen den Ausflug in die FC-Historie ab. „Mein großer Traum ist es, einmal mein eigenes FC-Fanmuseum zu eröffnen”, sagt Michael Scheuß. Den ersten Schritt auf dem Weg zum rot-weißen Wunderland hat er auf 150 Quadratmetern vollzogen.
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