Eine gestrickte Europakarte? Machen wir!

Von: Katja Laska
Letzte Aktualisierung:
9142215.jpg
Die gestrickte Europakarte, die den gesamten Kontinent topografisch darstellen wird, wächst und wächst: Die Künstlerin Monika Nordhausen (sitzend, mit den Händen auf der Karte) hat viele Freiwillige um sich geschart, die die Nadeln fliegen lassen, damit das Projekt bis zur nächsten Karlspreisverleihung fertig wird. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Die Stadt Aachen hat uns Anfang des Jahres gefragt, ob wir nicht Lust hätten, etwas für die Karlspreisverleihung zu machen“, erinnert sich die Künstlerin Monika Nordhausen und seitdem stapelt sich das braune, weiße, beige, hell- und dunkelgrüne Garn. Diesmal auf den Tischen im gemeinnützigen Bistro „Kränzchen“ in Aachen. Daneben eine zwei Mal zwei Meter großen Stoffbahn. Auf ihr soll der Kontinent Europa entstehen. Topografisch, mit Höhen und Tiefen, gestrickt und gehäkelt.

Das Stricken ist schon lange eine Leidenschaft von Monika Nordhausen. Inzwischen ist sie nicht mehr alleine. Sie hat die Strickladen-Inhaber Martin und Angelika Görg an ihrer Seite. 2011 haben die drei die Initiative „Aachen strickt schön“ ins Leben gerufen. Seitdem wurde rund um den Aachener Elisenbrunnen gestrickt, Bäume bekamen eine neue Bekleidung und auch die Insignien Karls des Großen waren in überdimensionaler Stoffform in der Stadt zu sehen. Stets mit der Mission: Kultur vermitteln.

Darum geht es auch bei der Europakarte. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden den Kontinent als Ganzes und nicht etwa die Europäische Union abzubilden. Es soll keine Löcher in der Karte geben. Unser Ziel ist es, dass die Menschen Europa als eine Einheit sehen“, erklärt Nordhausen. Diese Einheit zu schaffen, stellte die Gruppe vor eine große Herausforderung. Die Dimensionen der Weltkugel mussten auf den quadratischen Nesselstoff übertragen werden. „Ich habe etwa zwei Monate an der großen Vorlage gebastelt“, erinnert sich Nordhausen. Damit die Länder auch die richtige Form bekommen, hat die Künstlerin einzelne Schablonen auf Transparentpapier gemalt.

Schon seit Februar wird zusammen mit Freiwilligen am neuen Projekt gestrickt. Aber auch gelernt. „Wir unterhalten uns viel über Europa, die Länder und die Politik“, erzählt Eva Werner, eine der Freiwilligen. „Ich fand die Idee einfach toll. Auch die Aussicht einfach zusammen etwas zu machen und uns über Politik und Europa auszutauschen, hat mich überzeugt“, sagt sie. Der Meinung ist auch Nordhausen und ergänzt: „Ich lese seit dem Projekt ganz anders Zeitung“.

Etwa zehn Menschen arbeiten regelmäßig mit. „Wir treffen uns, wenn es geht, ein Mal in der Woche für drei bis vier Stunden. Wir sind schon ein richtiger Häkeltrupp“, scherzt Nordhausen. Und das, obwohl zu Beginn nicht alle häkeln konnte, so wie Martin Görg. „Ich bin auch jetzt noch nicht der Schnellste, aber es macht viel Spaß.“ Zum Schluss sollen verschiedene Grün- und Brauntöne die Länder sowie die Höhen der Gebirge kennzeichnen. Rote Punkte zeigen, wo die jeweiligen europäischen Hauptstädte liegen.

Der ein oder andere konnte beim Welttag des Strickens im Sommer schon einen Blick auf das Werk erhaschen oder es erfühlen, denn weite Teile sind schon fertig. „Wenn wir sie irgendwo zeigen, sind die Menschen begeistert und studieren, wo sie schon überall auf dem Kontinent waren“, erzählt Görg. Im Frühling soll die Karte fertig sein und das Projekt da enden, wo es angefangen hat. „Wir werden die Karte bei der nächsten Karlpreisverleihung präsentieren, dann haben wir etwa ein Jahr lang gestrickt. Das ist ein runder Abschluss“, freut sich Nordhausen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert