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Eine Festung, die wie ein Geländewagen aussieht

Von: Joachim Rubner
Letzte Aktualisierung:
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Schutz durch moderne Technik aus der Schweiz: Helmut Frenken (li.) und Jürgen Wilhelm mit neuem „Eagle IV”. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Bundeswehr-Soldaten sollen bei gefährlichen Auslandseinsätzen ab spätestens April in größerer Sicherheit arbeiten. Bei der Technischen Schule „Landsysteme des Heeres” an der Aachener Lützow-Kaserne wird im Augenblick ein neues gepanzertes Patrouillenfahrzeug fit für den Dienst in der Truppe gemacht.

Der schweizerische Mowag „Eagle IV” ist 5,40 Meter lang und 2,30 Meter breit und wiegt rund 8,8 Tonnen. Er sieht aus wie ein überdimensionaler Geländewagen und ist komplett gepanzert.

Mit viel moderner Technik sollen die vier oder fünf Soldaten, die der „Eagle IV” aufnehmen kann, selbst gegen schwerste Minenexplosionen, Sprengfallen oder Angriffen von Selbstmordattentätern geschützt sein, auch dem Geschoss einer Panzerfaust soll das Allradfahrzeug widerstehen.

Der mit einem Waffensystem zum Selbstschutz sowie einem modernen Kommunikations- und Gefechtsfeld-Managementsystem ausgestattete Eagle soll die Fähigkeit der Bundeswehr für Auslandseinsätze weiter erhöhen. Gerade die potenzielle Bedrohung bei internationalen Einsätzen verlangt einen hohen Schutzgrad der Besatzung gegen ballistische Waffen und Minen.

Der Einstieg in die gepanzerte Fahrgastzelle wird durch ein Rohr, das als Trittstufe dient, erleichtert, denn der Adler steht auf recht großen Rädern, deren Reifen übrigens von Continental stammen, und natürlich Notlaufeigenschaften haben.

Die Sitze haben eine besondere Lagerung und Federung, die die Gewalt einer Detonation direkt unter dem Fahrzeug mildern, so dass auch in diesem Bereich die Soldaten gut geschützt sind.

Stabile Türen mit dicken Scheiben aus Panzerglas und eine besonders schützende Bodenwanne vervollständigen das High-Tech-Produkt, das übrigens eine eine völlige Neuentwicklung ist.

„Der ,Eagle IV ist keine bloße Weiterentwicklung des Typs III, sondern er wurde völlig neu konstruiert und steht auch nicht mehr auf dem Fahrwerk des amerikanischen Jeeps Hummer”, sagt Jürgen Wilhelm, Bevollmächtigter Vertreter Heereslogistiktruppen und erwähnt, dass das Panzerfahrzeug aus der Schweiz mit 60 Prozent Teilen aus Deutschland gebaut wird.

Der „Eagle” ist recht geräumig und vom Fahrer einfach zu bedienen: Automatik-Schaltung, Standheizung, Klimaanlage, ABS, elektronische Traktionskontrolle und Pkw-artige Ausstattungsmerkmale besitzt er.

Große Spiegel und eine Rückfahrkamera, die viele gepanzerte Bundeswehrfahrzeuge haben, erleichtern das Steuern und Manövrieren - und zwar egal, ob auf der Straße mit bis zu 100 Stundenkilometern oder im Gelände. Hier kann der „Eagle IV” 55 Kilometer pro Stunde schnell fahren und Steigungen von bis zu 60 Prozent bewältigen.

500.000 Euro! Pro Stück!

So etwas hat natürlich seinen Preis: Mindestens 500000 Euro - je nach Ausstattung mehr - sind für einen Wagen zu bezahlen. Die Bundeswehr hat davon 198 Stück fest bestellt und eine Option auf weitere Exemplare. Der Verbrauch des 250-PS starken Sechszylinder-Turbodiesels, der immerhin die Abgasnorm Euro-3 erfüllt, liegt bei mehr als 25 Litern pro 100 Kilometer.

„Das Fahrzeug ist ein weiterer Schritt in Richtung mehr Sicherheit von deutschen Soldaten bei gefährlichen Einsätzen”, sagt Matthias König, Dezernatsleiter bei der Technischen Schule Landsysteme des Heeres.
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