Aachen - Eine Bretterbude, die viele glücklich macht

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Eine Bretterbude, die viele glücklich macht

Von: Lee Beck
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Horst Schnitzler vor der ersten „Givebox“ in unserer Region, die in Aachen aufgestellt wurde. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Neugierig drängen sich die Menschen um das kleine weiße Häuschen. Manche treten ein, nehmen Dinge von den Regalbrettern und begutachten sie. Eine Frau steckt ein paar Kekse ein, ein Mann holt aus seinem Beutel ein Buch und stellt es aufs Regal. Oranna Weber aus Aachen bringt Quitten mit Chutney.

 „Ich teile einfach gerne“, sagt sie. Neben Büchern finden sich unter anderem noch ein Haarschneider, eine Kleintiertrinkflasche und ein Deo auf den Regalbrettern. Schon in ihren ersten Stunden sorgt die erste Aachener „Givebox“ für Aufmerksamkeit. Sie steht in der Richard­straße 9 auf dem Gelände des urbanen Gemeinschaftsgartens.

„Das könnte wirklich ein großer Erfolg werden“, sagt Franz-Josef Sommer aus Aachen, der zur offiziellen Einweihung gekommen ist. „Wenn man Menschen direkt anspricht, dann wollen sie oft nichts annehmen. Anonym ist das aber anders“, erklärt er. Selbst im Netz ist die „Givebox“ schon ein kleiner Star: Die Facebookgruppe „Givebox Aachen“ hat es auf Anhieb auf mehr als 500 Mitglieder gebracht.

Die Idee hatte das rund zwölfköpfige Team schon lange im Kopf. Denn solche Boxen gibt es andernorts schon länger. In Hamburg und Berlin stehen seit zwei Jahren schon einige dieser schlichten Boxen, in Düsseldorf übers gesamte Stadtgebiet verteilt inzwischen schon acht. Vor ein paar Monaten folgte Köln mit der ersten „Givebox“. Die Idee gewinnt immer mehr Anhänger. Nun also auch in Aachen. Deren Macher sind gespannt, wie lange es dauert, bis auch hier der erste Drucker, das erste komplette Geschirr-Set oder ganze Serien auf DVD auf dankbare Abnehmer warten. Das jedenfalls ist in den anderen Städten alles schon in die „Givebox“ gestellt worden. Und die Fluktuation der Gegenstände – lautet deren Erfahrung – ist unheimlich hoch.

Schnell fand das erste Treffen zwischen den Initiatoren in Aachen statt. Ein Denkprozess um die Frage des Standortes wurde initiiert. Schließlich setzte Schnitzler ein Ultimatum: „Entweder wir machen es dieses Jahr vor Weihnachten oder nie.“ Gerade vor Weihnachten sei das Geben doch eine wichtige symbolische Geste.

Der Standort im Herzen des Suermondt-Viertels am Rande der Innenstadt eigne sich hervorragend. „Durch den urbanen Gemeinschaftsgarten, wo sich ohnehin viele Menschen treffen und auch die Nachbarschaft sich beteiligt, eignet sich dieser Ort am besten.“ Zusammengebaut haben die Box mehrere. „Jeder hatte ein paar Bretter“, sagt Schnitzler. Eine Kleiderstange und ein kleines Vordach zum Schutz vor Regen soll noch folgen.

Natürlich möchte die Initiative weitere Boxen in Aachen aufstellen. Vorerst werden allerdings erst einmal Erfahrungen mit dem jüngsten Kind gesammelt. „Wir hoffen natürlich, dass es ein Selbstläufer wird“, sagt Schnitzler und lacht.

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