Aachen - Ein strahlender Herr Trichet freut sich, in Aachen zu sein

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Ein strahlender Herr Trichet freut sich, in Aachen zu sein

Von: Wolfgang Schumacher und Georg Dünnwald
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trichet an katschhof
Erst ein Bad in der Menge, dann eine politische Diskussion mit Jugendlichen aus ganz Europa, moderiert von unserem Chefredakteur Bernd Mathieu (links): Jean Claude Trichet kam in Aachen gut an. Foto: Harald Kömer

Aachen. Zuerst hatten ab 19 Uhr beim Bürgerfest auf dem Katschhof die Preisträger des Jugendkarlspreises das Wort. Detlef Malinkewicz moderierte das Treffen der jugendlichen Vertreter aus den 27 europäischen Ländern, die nach Aachen gekommen waren, um ihr nationales Karlspreisprojekt vorzustellen.

Nach einem großen Applaus für die ersten drei Preisträger aus Großbritannien, Griechenland und Spanien begann der Chefredakteur der „Nachrichten”, Bernd Mathieu, das Interview mit Trichet.

Als absolut bewegendsten Moment seiner nachmittäglichen Visite in der Kaiserstadt beschrieb Trichet, wie er im Aachener Dom zum ersten Mal in seinem Leben vor dem Thron Karls des Großen stand. „Und ich habe die zwei Flaggen Frankreichs und Deutschlands direkt nebeneinander gesehen”, strahlte Trichet.

Mathieu fragt weiter nach der vermeintlichen Krise des Euro. Er vermute, sagte Mathieu, dass eine solche Formulierung den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) doch sicherlich ärgern müsse. Trichet antwortet, es gebe sicherlich nicht die Krise des Euro.
Im Gegenteil. Die seit zwölf Jahren bestehende Währung sei stabiler als die Mark es war. Sie habe für einen Raum von 331 Millionen Menschen währungspolitische Stabilität geschaffen, die Inflation liege unter zwei Prozent, in Deutschland sogar bei nur 1,5 Prozent.

Die Krise sei eine Krise der Finanzmärkte und eher der Wirtschaftsunion. „Wir haben ein europäisches Parlament, eine Kommission, einen Europäischen Gerichtshof.” Das seien Strukturen, die die Union weitertragen.

Mathieu schloss das Interview mit der Frage, was nach dem Präsidentenamt bei der EZB im Oktober für Trichet komme. Ob er sich nach den siebeneinhalb Jahren in Deutschland denn sehr auf Frankreich freue.

Trichet antwortete sehr diplomatisch. „Da leben schließlich meine zwei Söhne und meine vier Enkeltöchter. Aber ich habe Frankfurt, das muss ich auch hier in Aachen sagen, sehr ins Herz geschlossen”, sagte Trichet und drehte sich lachend zu seiner Gattin um, die zustimmend nickte.

Schon am Nachmittag begann sich der Katschhof, der Platz zwischen Dom und Rathaus, langsam aber sicher zu füllen. Zu Beginn des Programm, ab 18.30 Uhr spielte die A-cappella-Band „Mit ohne alles”, es werden wohl um die 500 Menschen gewesen sein, die den Katschhof bevölkerten. Die Stimmung war prächtig, das Wetter zwar im Schatten kühl, die Öcher hatten Spaß. Das Programm ging selbstverständlich weiter, auch als sich Oberbürgermeister Marcel Philipp, der Sprecher des Karlspreisdirektoriums, Ex-OB Jürgen Linden und Preisträger Trichet zum Abendessen in die Aula Carolina verabschiedet hatten. Toll war die Band Senor Torpedo, gut auch die Moderation von Rick Tackvorian und Detlef Malinkewicz.
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