„Ein riesiger Glücksfall”: Sany investiert im Rheinland

Von: dpa
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Bedburg/Köln. Für Bedburg ist es der ganz große Wurf: Auf dem Gebiet des 25.000-Einwohner-Städtchens in der Nähe von Köln will der chinesische Konzern Sany 100 Millionen Euro investieren.

Der Baumaschinenhersteller plant im Gewerbepark Bedburg-Bergheim den Bau eines Werks mit Forschungszentrum. Mindestens 600 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

„Das ist ein riesiger Glücksfall für die Stadt und die gesamte Region”, sagt Bedburgs Bürgermeister Gunnar Koerdt (CDU) am Donnerstag.

Erst am Vortag hatte Koerdt eine Delegation von Sany-Vertretern empfangen, mit ihnen eine Ortsbegehung gemacht und zum ersten Mal die vorläufigen Baupläne gesehen. Noch liegt die insgesamt 50 Hektar große Fläche, von der Sany bereits mehr als die Hälfte gekauft hat, brach.

Doch irgendwann zwischen April und Juni, so schätzt Koerdt, soll der erste Spatenstich erfolgen. Voraussichtlich Ende des Jahres könnte die Produktion dann starten.

Als Grund für die Auswahl des Standortes nannte Sany laut nordrhein-westfälischer Staatskanzlei unter anderem die Lage im Städtedreieck Köln-Aachen- Düsseldorf. Außerdem seien die Forschungslandschaft und die guten Fachkräfte ausschlaggebend gewesen.

Das Unternehmen sucht Ingenieure und Facharbeiter wie Dreher und Fräser. Bei diesem Thema ist Bürgermeister Koerdt etwas skeptisch: „Der Fachkräftemangel hier ist leider groß.” Deshalb befürchte er, dass ein Großteil der neuen Arbeitsplätze nicht mit Menschen aus der Region besetzt werden kann.

„Abgesehen von den Arbeitsplätzen hat die Ansiedlung von Sany für NRW eine ganz hohe Bedeutung, weil die Produktion so eng mit Forschung und Entwicklung verknüpft wird”, sagt ein Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei. Für das Projekt gebe es keine Subventionen, betont er.

Nordrhein-Westfalen scheint für chinesische Unternehmen ein begehrter Standort zu sein: Mehr als 600 Firmen haben dort eine Niederlassung. Der Schwerpunkt liegt in Düsseldorf und Köln, überwiegend sind es kleinere und mittlere Handelsunternehmen.

Für Bedburg, Bergheim und die umliegenden Städte bietet das chinesische Großprojekt nach Ansicht von Koerdt viele Chancen. Die Region sei sehr stark auf den Braunkohletagebau konzentriert. Nun entstehe ein ganz neuer Produktionsbereich, neue Zulieferbetriebe könnten sich ansiedeln, die Kaufkraft werde steigen.

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