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Ein Jahr auf Bewährung und 100 Sozialstunden für den Ex-DRK-Chef

Von: dpa/wos
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DRK / Gerhard Herwartz / Chevrolet Corvette
Der ehemalige DRK-Dienstwagen: Chevrolet Corvette, 405 PS, rund 300 Stundenkilometer schnell, Kaufpreis etwa 70.000 Euro. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Im Prozess um Dienstfahrten in teuren Sportwagen ist der Ex-Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes Aachen zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Aachen bestrafte ihn am Mittwoch wegen Untreue in 22 Fällen.

„Sie haben den Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in Aachen nach Gutsherrenart geleitet und Honorare an den Vorstand verteilt”, begründete Richter Harald Brandt im Urteil vor dem Aachener Landgericht den fatalen Führungsstil des Angeklagten (59).

Der Vorsitzende hatte im Namen der 8. Großen Strafkammer nach einem achttägigen und für alle Seiten aufzehrenden Strafprozess den ehemaligen Geschäftsführer des Aachener DRK-Kreisverbandes zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt - wegen Untreue in 22 Fällen in den Jahren 2003 bis 2007. Außerdem muss der Angeklagte 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten.

Das war für manche Zuschauer im Saal bei weitem nicht genug. Die Ehrenamtler an der Sammelbüchsenfront leiden noch heute an dem Imageschaden, den der Angeklagte dem Hilfsdienst zufügte, wie Richter Brandt betonte.

Das spektakuläre Verfahren, in dem der bekannte Kölner Anwalt Gottfried Reims verteidigte, wurde als so genannter Corvette-Prozess auch überregional bekannt. Der Angeklagte hatte, führte der Richter aus, nicht nur diverse Beraterverträge mit Ehrenamtlern aus dem Vorstand abgeschlossen, darunter auch der damalige 1. Vorsitzende des DRK.

„Er wollte sie für sich gewogen machen, damit sie nicht so genau hinschauen”, bewertete Brandt die Geldgeschenke für die Pseudo-Berater.

Weiter leaste H. über die gewerbliche Tochter, eine GmbH für das Altkleider-Sammeln, nacheinander zwei mehr als 400-PS-starke Sportwagen der Marke GM-Corvette, obgleich im Kreisverband bereits ein luxuriöser Dienstwagen der BMW-Geländeklasse bereitstand, außerdem lief noch ein Mini auf DRK-Kosten. Das alles zusammengerechnet habe einen Schaden von rund 80.000 Euro verursacht.
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