Ein Dom voller kleiner Könige

Von: Lukas Weinberger
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Die Umhänge passen, die Kronen sitzen: Über 500 junge Sternsinger haben am Montag an der bistumsweiten Aussendung im Aachener Dom teilgenommen. In den kommenden Tagen werden sie auf den Straßen ihrer Gemeinden unterwegs sein. Foto: Andreas Steindl
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Rund 4000 Sternsinger: In diesem Jahr fand die Eröffnung der bundesweiten Sternsingeraktion im Kölner Dom statt. Foto: dpa

Aachen. Florian Kullick und Ole Theiler haben sich herausgeputzt. Die Umhänge passen wie angegossen, die Krönchen sitzen perfekt. Ja, die beiden sehen ein bisschen wie echte Könige aus. Zweifellos. Und da sind die beiden längst nicht die einzigen.

Über 500 junge Sternsinger waren am Montag bei der bistumsweiten Aussendung der Sternsinger im Aachener Dom – fast alle als Heilige Drei Könige verkleidet. „So viele Könige und Königinnen hat es selbst im Dom noch nicht gegeben“, stellte auch Bischof Heinrich Mussinghoff gleich zu Beginn des Gottesdienstes fest.

Unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein“ werden die Sternsinger in den kommenden Tagen durch die Orte im Bistum Aachen ziehen, rund 18.000 Kinder und Jugendliche werden dabei sein. Sie klingeln, sie singen, sie schreiben den Segenswunsch „Christus segne dieses Haus“ an die Türen. Und sie bitten um Spenden. Für Flüchtlinge – vor allem für Kinder.

Als Beispielland dient in diesem Jahr Malawi in Südostafrika. Ein armes Land, das dennoch vielen Flüchtlingen Schutz biete, erklärte Markus Offner vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ im Gottesdienst. Er hat ein Flüchtlingslager in Dzaleka besucht. „18.000 Menschen leben dort, in selbst gebauten Häusern aus Lehmziegeln“, sagte er. Viele verschiedene Sprachen würden gesprochen, was eint, sei die Armut.

Mussinghoff erinnerte anschließend in seiner Predigt an Jesus, Maria und Josef, die direkt nach der Geburt Jesu nach Ägypten fliehen mussten. Auch heute seien etwa 45 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, darunter viele Kinder, sagte der Bischof. Sie suchten ein Zuhause, Heimat und Geborgenheit. Und deswegen sei die Aktion der Sternsinger so wichtig: „Ihr helft Kindern in der weiten Welt, dass sie leben können.“

Nach dem Gottesdienst schrieb Mussinghoff selbst den Segenswunsch „20C+M+B+14“ an die Dompforte, erteilte den Abschlusssegen. Dann zogen die Sternsinger in einer kleinen Prozession quer durch die Aachener Innenstadt zur Citykirche St. Nikolaus. Mit dabei: ein überlebensgroßer Rucksack, den Pfadfinder aus Hellenthal gebastelt haben. Er soll ein Symbol dafür sein, dass Flüchtlingen oft nur Minuten bleiben, um einige wenige Habseligkeiten zusammenzupacken.

Nicht nur im Bistum Aachen, sondern in ganz Deutschland werden die Sternsinger für die Flüchtlinge sammeln. Zur ebenfalls am Montag erfolgten Eröffnung der bundesweiten Sternsingeraktion im Kölner Dom kamen gar rund 4000 als Heilige Drei Könige verkleidete Kinder. „Ihr werdet zum Segen werden für andere Kinder“, sagte Kardinal Joachim Meisner in seiner Predigt. Meisners Familie war selbst 1945 von Breslau nach Thüringen geflüchtet.

Die Summe der von den Sternsingern empfangenen Spenden ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: 2013 nahmen die Sternsinger bundesweit 43,7 Millionen Euro ein, nur im Jahr 2005 nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien war es mehr. Für 2014 hoffen die Träger der Aktion – das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – auf ein ähnlich gutes Ergebnis. Und das ist auch der Antrieb der Sternsinger, neben Spaß steht für sie noch etwas anderes im Vordergrund, wie der neunjährige Florian Kullick sagt: „Es ist toll, anderen Menschen auf der Welt helfen.“

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