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Eigene Tochter eingesperrt?

Von: ddp/cs
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Mönchengladbach/Hückelhoven. Ein Jahr lang hat Jomana F. ihre Liebe vor den Eltern geheim halten können, dann wurde die junge Frau schwanger. Was danach geschah, beschäftigt seit Dienstag das Landgericht Mönchengladbach.

Dort müssen sich ihre Eltern vor der 1. Großen Strafkammer verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eheleuten aus Hückelhoven Nötigung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung vor.

Hamdine und Mariam F. sind deutsche Staatsbürger, stammen aber aus dem Libanon. Gemeinsam haben sie neun Kinder. Im Oktober 2008 sollen sie von der geheimen Liebe ihrer jetzt 26-jährigen Tochter erfahren haben. Laut Staatsanwaltschaft sahen die Eheleute die Familienehre verletzt, zudem hatten sie bereits einen Ehemann im Libanon ausgesucht.

Im Gerichtssaal kam es zu dramatischen Szenen. Eine weitere schwangere Tochter musste mit einem Schwächeanfall ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Mutter litt hörbar unter der Situation, klagte und jammerte laut. Die Eltern fühlen sich nach Angaben ihres Anwalts zu unrecht von der Tochter beschuldigt.

Laut Anklage wurde dem arabischen Freund der Tochter Geld für das Ende der Beziehung geboten. Als dieser sich weigerte, sei er mit dem Tod bedroht worden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Eltern ihre Tochter ab Oktober 2008 in der elterlichen Wohnung einsperrten. Pass, EC-Karte und das Mobiltelefon der Tochter nahmen sie an sich. Auch sei die junge Frau wiederholt geschlagen worden, teils mit einem Gürtel. Sie sei zu einem Schwangerschaftsabbruch in den Niederlanden gezwungen worden, versuchte mehrfach zu fliehen. Erst im März 2009 ließen die Angeklagten ihre Tochter wieder aus der Wohnung.

26-Jährige lebt an geheimem Ort

Inzwischen lebt die junge Frau an einem geheimen Ort. Sie wird nicht als Zeugin geladen. „Wir gehen von einer nach wie vor bestehenden Gefährdungslage aus”, betonte der Gerichtssprecher. Der Freund des Opfers bestätigte die Darstellung der Anklageschrift im Wesentlichen.

So hätten die Eltern bereits einen Arzt gesucht, um die Jungfräulichkeit ihrer Tochter wieder herstellen zu lassen. Der Prozess wurde am Dienstag nach zwei Stunden auf Oktober vertagt, da zwei Zeugen derzeit nicht in Deutschland sind.

Das Ehepaar F. blieb dennoch länger im Gericht: Im Nebensaal wurde gegen einen ihrer Söhne verhandelt - wegen gemeinschaftlichen Raubes und gefährlicher Körperverletzung.

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