Aachen - Ehepaar soll 20 Jahre nach Raubmord ins Gefängnis

Ehepaar soll 20 Jahre nach Raubmord ins Gefängnis

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Aachen. Mehr als 20 Jahre nach dem Raubmord an einem 61-Jährigen soll ein Kölner Ehepaar für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Diese Jugendstrafe forderte am Montag die Staatsanwaltschaft vor dem Aachener Landgericht.

Das zur Tatzeit 15 und 19 Jahre alte Paar habe den Mann im Dezember 1989 gefesselt, getötet und ausgeraubt, sagte Staatsanwalt Ralf Bücker in seinem Plädoyer.

Er sah von der Höchststrafe ab, weil die Tat so lange her ist. Die beiden Angeklagten waren danach nie mehr straffällig geworden, bauten sich gemeinsam ein bürgerliches Leben auf und haben eine Tochter. Die Verteidiger forderten Freispruch. Die Frau, die das Messer geführt habe, sei mit 15 Jahren damals nicht strafmündig gewesen. Die Tat ihres Ehemannes sei verjährt. Er habe das Opfer bei der „Spontantat” festgehalten. Dass seine Freundin „überreagierte”, habe der Angeklagte nicht vorhersehen können.

Die Frau hatte in ihrem Geständnis gesagt, sie und ihr Freund hätten den Werkzeugmacher aus Nörvenich bei Düren am Tattag am Kölner Hauptbahnhof kennengelernt. Er habe dem jungen Paar freundlich ein Dach über dem Kopf angeboten. In seiner Wohnung habe er plötzlich Sex gewollt. Es sei zu einem Gerangel zwischen ihrem Freund und dem späteren Opfer gekommen. Sie habe daraufhin in Notwehr ein Messer aus der Küche genommen und damit auf den 61-Jährigen eingestochen. Mit seinem Auto und seinem Geld seien sie geflohen.

Die Staatsanwaltschaft hält diese Version für eine unglaubhafte Schutzbehauptung. „Sie (die Angeklagte) hat sie sich in 20 Jahren zurechtgedacht, um mit der Tat leben zu können”, sagte Bücker. Es sei dem Paar ums Geld gegangen. Die Fesslung und Knebelung des Opfers sei möglicherweise Teil eines sexuellen Vorspiels gewesen. Nach den Messerstichen sei das Opfer zusätzlich gedrosselt worden, um die Tötung zu beschleunigen.

Obwohl das Paar kurz nach der Tat in Verdacht geraten war, konnte ihm der Mord wegen der damals noch nicht ausgereiften DNA-Analyse nicht nachgewiesen werden. Als sich die Polizei erneut mit dem Fall beschäftigte und den Mann im Frühjahr 2009 zur Speichelprobe für eine DNA-Analyse lud, legte die Frau ein Geständnis ab. Nächsten Montag soll das Urteil ergehen.
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