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Ehefrau erstochen: Lebenslange Haft

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Foto: Roeger
Denis B. aus Eschweiler muss lebenslang ins Gefängnis. Foto: Roeger

Aachen/Würselen. Der 24 Jahre alte Denis B. aus Eschweiler ist am Mittwoch zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes verurteilt worden. Der Mann, der sich selbst gestellt hatte, hatte im Dezember 2009 vor dem Würselener Krankenhaus seine erst 19 Jahre alte Frau getötet.

Die Kammer unter dem Vorsitzenden Richter Gerd Nohl sah das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Das mag letztlich auch mit der brutalen Tatausführung und dem über weite Strecken des Prozesses hartleibigen Auftreten des jungen Mannes, der aus Eschweiler stammt und zum Tatzeitpunkt in Würselen wohnte, zusammenhängen.

„Es waren laut Rechtsmediziner 17 oder 18 Stiche. Acht davon trafen den Kopf, einer rechts den Hals. Fünf Verletzungen gab es im Rumpf des Körpers, einer mitten in den Rücken, dazu Wunden am rechten Oberarm”, so der Richter. Er schilderte ein Detail, das erschauern lässt: „Im Stirnbereich von Tamara steckten vier Millimeter einer abgebrochenen Messerspitze im Knochen fest.”

Letztlich zum Tod führte der Stich in den Rücken, er ging mitten ins Herz, die 19-Jährige verblutet „in ein bis zwei Minuten”, der Richter sprach später von einer Tat mit „Vernichtungswillen”.

Das junge Paar war bereits etwa vier Jahre zusammen, hatte dann im Juni 2009 geheiratet. Doch da kriselte es schon, es hieß damals, durch die Heirat gegen den Willen des Vaters von Tamara werde B. wegen einer Messerstecherei in der Eschweiler Spielhalle vor Gericht besser da stehen. Vor allem auch deshalb, weil er noch unter einer Bewährungsjugendstrafe wegen eines 2005 verübten „hoch professionell ausgeführten”, so der Richter deutlich, Bankraubes stand. Zweimal hätten die Gerichte für B. deutlich die Weichen anders stellen können, gab es Schelte vonseiten der Schwurgerichtskammer.

Das Gericht sah wie der Staatsanwalt das Mordmerkmal der Heimtücke verwirklicht: Sie hielt den Corsa an, stieg aus und beichtete ihrem Mann zwei Verfehlungen mit anderen Männern, die sie begangen hatte. „Als sie in der offenen Autotüre stand, rechnete sie nicht damit, dass er das Brotmesser aus dem Handschuhfach zog, Tamara war da arg- und wehrlos.” Das nutze B. außer sich vor Wut und stach heimtückisch auf seine Frau ein.
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