Düsseldorf: Bauarbeiter räumt Manipulation an Bauprotokollen ein

Von: ddp-nrw
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U-Bahn-Baustelle Köln
Ein Mann arbeitet an der U-Bahn Baustelle Heumarkt in Köln. Foto: dpa

Köln/Düsseldorf. Im Skandal um gefälschte Protokolle beim U-Bahn-Bau in Düsseldorf hat ein Bauarbeiter Manipulationen eingeräumt. Nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers” (Samstagausgabe) hat der mittlerweile suspendierte Mitarbeiter der Firma Bilfinger Berger angegeben, die für die Vermessung der Schlitzwände notwendigen Gerätschaften seien gelegentlich ausgefallen.

In diesen Fällen seien die fehlenden Daten per Hand ergänzt und somit frei erfunden worden. Dies sei beispielsweise geschehen, um pünktlich Feierabend zu haben und nicht noch Überstunden machen zu müssen. Die Staatsanwaltschaft kündigte derweil an, in der kommenden Woche die Düsseldorfer U-Bahn-Baustelle zu besichtigen. Die sogenannten Schlitzwände sollen die Baugruben unter anderem vor Grundwasser schützen.

Hinsichtlich der U-Bahn in der Landeshauptstadt besteht der Verdacht, dass die Protokolle von 27 Wandabschnitten gefälscht wurden. Ein Sprecher der am Bau der Kölner U-Bahn beteiligten Unternehmen, die teilweise auch in Düsseldorf tätig sind, bestätigte das Geständnis des Bauarbeiters. Die erfundenen Daten jedoch seien „in dem Bewusstsein nachgetragen worden, dass die Schlitzwände korrekt gesetzt wurden”. Erkenntnisse darüber, wieso auch beim Bau der Kölner U-Bahn zahlreiche Schlitzwand-Protokolle gefälscht wurden, gibt es bisher noch nicht.

Bei einem Vor-Ort-Besuch will sich die Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen das technische System der Düsseldorfer U-Bahn und die Abläufe genauer anschauen. Der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, sagte, noch gebe es keine Entscheidung über die Aufnahme von Ermittlungen. Gespräche mit der Kölner Staatsanwaltschaft Anfang der Woche seien ohne Ergebnis verlaufen. „Das hat uns nicht weitergebracht”, sagte Mocken. Es gebe nach derzeitigem Stand keine Überlegungen, die Untersuchungen zu den Unregelmäßigkeiten bei den U-Bahn-Ausbauten zusammenzulegen.

Sonderprüfer hatten in Düsseldorf beim Bau der Wehrhahn-Linie ähnliche Unregelmäßigkeiten festgestellt wie beim Ausbau der Kölner U-Bahn. Der Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Wohnhäuser in Köln am 3. März 2009 wird mit dem U-Bahn-Bau in Verbindung gebracht. Damals waren zwei junge Männer ums Leben gekommen und zahlreiche historische Dokumente verschüttet und beschädigt worden. Ein Wassereinbruch in die U-Bahnbaustelle am Stadtarchiv gilt als wahrscheinlichste Unglücksursache.
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