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Drogenlabor eingerichtet: Angeklagte gestehen

Von: dpa
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Köln. Mit Geständnissen hat am Donnerstag in Köln ein Prozess gegen vier Angeklagte begonnen, die in einem eigens eingerichteten Drogenlabor Amphetamine hergestellt haben sollen. Die Bande soll die Herstellung von mehreren hundert Kilo Amphetamin im Schwarzmarktwert rund 300.000 Euro geplant haben.

Eine entsprechende Menge von Chemikalien fand die Polizei bei der Aushebung der Drogenküche. Das Quartett flog auf, weil die Ermittler einen der Männer wegen Kontakten zu einem Großdealer beschattet hatten. Bis dahin war es den 30 bis 39 Jahre alten Männern aber schon gelungen, die ersten knapp fünf Kilo Amphetamin herzustellen.

Laut Polizei hatten sich die beiden Drahtzieher in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal kennengelernt, wo sie wegen Drogendelikten Haftstrafen absaßen. Aus der Gefängnis-Bibiliothek liehen sie sich Chemie-Fachbücher aus und erlangten so erste Erkenntnisse zur Amphetaminproduktion. Im Gefängnis trafen sie auch einen Mitarbeiter eines großen Chemiekonzerns, der wegen Steuerhinterziehung einsaß. Das Wissen des gelernten Chemikers ließ die Pläne der Häftlinge für eine Drogenküche weiter reifen.

Nach ihrer Haftentlassung richteten sie zunächst im Bergischen Land ein Drogenlabor ein, das allerdings bei einem chemischen Fehlversuch abbrannte. Danach wechselte die Bande in eine Kölner Gartenlaube, nachdem sie mindestens 15.000 Euro für chemische Grundstoffe und Labor-Apparaturen ausgegeben hatten.

Vor dem Kölner Landgericht erläuterte einer der Angeklagten den Richtern in einem an eine Hochschul-Vorlesung erinnernden Vortag sein Wissen über die Produktion von Amphetamin. Geradezu stolz berichtete er, dass er in dem Labor auch einen selbst konstruierten Hochdruckreaktor zum Einsatz gebracht habe. Für den Prozess sind vorerst drei Verhandlungstage vorgesehen.

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