Mönchengladbach - Dreifach-Mörder soll Verwandte verprügelt haben

Dreifach-Mörder soll Verwandte verprügelt haben

Von: dpa
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Mord-Prozess um das Blutbad von Schwalmtal startet
Ein halbes Jahr nach dem Blutbad von Schwalmtal steht der Angeklagte Hans P. (hinten rechts) in Mönchengladbach vor Gericht und weint. Vor ihm sitzen seine Anwälte Michael Rost (links) und Siegmund Benecken. Der 72-jährige Rentner soll kaltblütig zwei Rechtsanwälte und einen Gutachter erschossen haben, als diese für eine Zwangsversteigerung den Wert des Hauses seiner Tochter ermitteln wollten. Nach den tödlichen Schüssen hatte er sich stundenlang in dem Haus verschanzt. Der Mann aus Unna ist wegen dreifachen Mordes und Mordversuchs angeklagt. Foto: Achim Scheidemann (dpa)

Mönchengladbach. Der geständige dreifache Mörder von Schwalmtal soll schon früher mehrere Gewalttaten begangen haben.

Ein Enkel des 72-Jährigen berichtete, sein Großvater habe ihn mit der Faust geschlagen und verletzt, als er ausziehen und bei seinem Vater wohnen wollte. Als die Polizei eintraf, hätten sein Opa und seine Mutter behauptet, seine Verletzung stamme von einem Treppensturz, berichtete der 19-Jährige am Dienstag als Zeuge dem Mönchengladbacher Landgericht.

Eine Tante des ehemaligen Schwiegersohnes des Angeklagten berichtete, der 72-Jährige Rentner aus Unna habe sie im Hausflur überfallen und mit einem Baseball-Schläger auf sie eingedroschen. Dabei habe er mehrfach gebrüllt: „Ich schlag dich tot.” Sie habe sich schließlich in eine Wohnung retten können. „Der war nie gut”, berichtete die 71-Jährige, die die Kindheit mit dem Angeklagten in Ostpreußen verbracht hat. So habe der Angeklagte als Kind sadistische Züge offenbart, als er eine Katze bei lebendigem Leib zerrissen habe.

Der Rentner aus Unna hatte drei Morde umfassend gestanden und den Opfern die Schuld zugewiesen. „Für mich war das richtig. Die mussten weg und Feierabend”, hatte er vor Gericht ausgesagt. Bei der Bluttat starben zwei Rechtsanwälte und ein Gutachter. Sie wollten den Wert des Hauses ermitteln, das der Tochter des Rentners und ihrem Ex-Mann gehörte. Es sollte nach einem jahrelangen Streit der geschiedenen Eheleute zwangsversteigert werden.

Die Verteidiger des 72-Jährigen haben den renommierten Psychiater Prof. Norbert Leygraf als Gutachter hinzugezogen. Die Schuldfähigkeit des Rentners gilt als Schlüsselfrage des Prozesses. Der Angeklagte selbst gab an, „nervlich krank” zu sein. Ihm sei eine Depression attestiert worden. Verteidiger Siegmund Benecken sagte, sein Mandant habe eindeutig im Wahn gehandelt: „Das war ganz klar eine Paranoia.” Das Urteil soll im April verkündet werden.

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