Aachen - Drei Jahre Studiengebühren: AStA zieht Bilanz

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Drei Jahre Studiengebühren: AStA zieht Bilanz

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:

Aachen. 694 Euro sind es mittlerweile. Sechshundertvierundneunzig. Jeder Student der RWTH muss vor jedem Semester tief in die Tasche greifen, um seinen Studienplatz zu sichern.

Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass Studiengebühren seit ihrer Einführung 2006 Gegenstand heftigster Diskussionen sind. Ein Segen für die Forschung (nicht nur) an der RWTH, ein Fluch für alle, die sie bezahlen müssen. Nach drei Jahren zog der Allgemeine Studierenden Ausschuss (AStA) nun eine erste Bilanz. Und die fiel bei der Podiumsdiskussion mit vielen Beteiligten (Profiteure und Leidtragende) erwartungsgemäß höchst unterschiedlich aus.

Während Dr. Michael Stückrath, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie, in den Studiengebühren „keine soziale Schranke” für die Aufnahme eines Studiums sah, warnte die Geschäftsführerin des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren, Christina Schrandt, vor „fehlender Chancengleichheit für alle Studenten.”

RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg betrachtete die Studiengebühren als „Schutzgebühren, denn die Ausbildung, die jeder bei uns genießt, ist viel mehr wert als jede Studiengebühr.” Pascal Becker vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten sah in den Studiengebühren ebenfalls einen wichtigen Beitrag dafür, „Lehr- und Studienmöglichkeiten zu verbessern.” Das würde gerade in Aachen „richtig gut funktionieren”, fand auch die ehemalige AStA-Vorsitzende Anna Nelles.

Dennoch fiel auf, dass viele der rund 200 Zuhörer im „Super C” mit der Verwendung der Gelder höchst unzufrieden sind. Sie (die Studenten) warnten zum einen davor, die RWTH nur auf die technischen Studiengänge und deren Forschung zu beschränken („Der Zustand der geisteswissenschaftlichen Institute ist alles andere als exzellent”), zum anderen stellten sie das Konzept der Finanzierung über Kredite in Frage, die „für sozial schwächere Studenten nur andere mitbezahlen” würden.

Auch Schmachtenbergs Anspruch, dass jeder der an der RWTH studiere, „irgendwann Führungskraft wird”, löste bei einigen mehr Kopfschütteln als Zustimmung aus. Mehr Transparenz bei der Verwendung der Studiengebühren wurde ebenso gefordert wie die sinnvolle und gleichmäßige Aufteilung zwischen den einzelnen Instituten.

Fazit? Auch drei Jahre nach ihrer Einführung tobt die Debatte um die von vielen nach wie vor äußerst kritisch beäugten Studiengebühren lebhaft. Geliebt von den einen, gehasst von den anderen. So mancher Student weiß immer noch nicht, wo seine 694 Euro letztendlich ankommen.
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