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Dramatische Bistums-Prognosen bewahrheiten sich nicht

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Bilanz des Bistums Aachen für das Jahr 2010 weist einen Überschuss von 36,8 Millionen Euro aus. Das teilte Bistumssprecher Franz Kretschmann am Samstag mit. Damit haben sich dramatische Prognosen aus dem Jahr 2009 offenbar nicht bewahrheitet.

Der Finanzdirektor des Bistums, Joachim Eich, hatte damals gegenüber unserer Zeitung lediglich eine schwarze Null für das Jahresergebnis von 2010 prognostiziert. Bei den Kirchensteuereinnahmen ging man zu dieser Zeit von einem 25-Prozent-Minus für 2010 gegenüber 2008 aus. In Zahlen wären das gut 51 Millionen Euro weniger gewesen. Stattdessen sanken die Steuereinnahmen 2010 im Vergleich zu 2008 lediglich um 13 auf rund 193 Millionen Euro.

Insgesamt weist das Bistum Aachen in dem von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDP geprüften Jahresabschluss 2010 Gesamterträge - inklusive der 193 Millionen Euro Kirchensteuereinnahmen - von knapp 279 Millionen Euro aus. Demnach steht dem Bistum der Bilanzüberschuss von 36,8 Millionen Euro zur Verwendung bereit.

Fast 35 Millionen Euro dieses Überschusses werden nach Angaben des Bistums in Rücklagen gesteckt: Zehn Millionen zur Sicherung der Altersversorgung von Priestern und Lehrern, 7,5 Millionen Euro zur Absicherung wirtschaftlicher Risiken auf Bistumsebene, 5,5 Millionen für die Finanzierung der Koordinatoren zur Entlastung der Pfarrer von 2014 bis 2016, 2,5 Millionen für wirtschaftliche Risiken im kirchengemeindlichen Bereich, zwei Millionen für katholische Verbände und den Diözesan-Caritasverband und 7,7 Millionen zur Absicherung der Bistumszuweisungen an die Gemeinden und Gemeindeverbände für die Jahre 2013 bis 2015.

Hintergrund dieser letzten zweckgebundene Rücklage sei die Neuberechnung der Zuweisungen ab 2013, hieß es. Die 71 Gemeinschaften der Gemeinden (GdG)sollen genug Zeit erhalten, um „geeignete Maßnahmen zur Anpassung der Strukturen hinsichtlich niedrigerer Zuweisungen in der Zukunft zu ergreifen”. Bis 2016 sind die Gemeindeverbände angehalten, ihre Personalkosten um zehn Prozent zu senken. Das Bistum betont, dass die Gesamtzuweisung 2016 „mit hoher Wahrscheinlichkeit” sinkt. Bis 2015 soll die Rücklage abfedern, dass keine der 71 GdG weniger Zuweisungen erhält als 2011.

Vom Überschuss wird eine Million Euro in energetische Maßnahmen in den Kirchengemeinden investiert, 500.000 Euro gehen an Projekte im Rahmen der Bistums-Partnerschaft mit Kolumbien.
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