Aachen - Dompropst Hans Müllejans feierlich beigesetzt

Dompropst Hans Müllejans feierlich beigesetzt

Von: Sabine Rother
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Im Hohen Dom zu Aachen ist am Freitag der frühere Dompropst Dr. Hans Müllejans feierlich ausgesegnet und sodann in der Domherrengruft beigesetzt worden. Müllejans war vor einer Woche gestorben. Er wurde 80 Jahre alt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. In dieser Morgenstunde leuchten die hohen Fenster im „Glashaus von Aachen” ganz besonders schön. Im Oktogon unter dem goldglänzenden Barbarossaleuchter im Sechzehneck und in der Nikolauskapelle versammelt sich eine dunkel gekleidete Menge, um dem ehemaligen Dompropst Hans Müllejans, der am 5. August im Alter von 80 Jahren gestorben ist, bei den Exequien und der Beisetzung in der Gruft der Domherren im Kreuzgang das letzte Geleit zu geben.

Schon das Farbbild auf dem Titel des Begleitheftes zu der von Bischof Heinrich Mussinghoff zelebrierten Feier spricht für sich: Der Barbarossaleuchter, der das „Himmlische Jerusalem” symbolisiert, verbindet sich mit der Lesung aus der Offenbarung des Johannes: „Ich sah die Heilige Stadt, das Neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen.” Worte der Heiligen Schrift, die der Verstorbene sich gewünscht hätte. Für Hans Müllejans war der Dom stets Stein gewordenes Gebet, eine zeitlose Chance, Glaubensinhalte zu vermitteln.

Hell und freundlich ist der Blumenschmuck, auf dem schlichten Eichensarg signalisieren der Kelch, das violettrote Birett und die violettrote Stola mit den zwei goldenen Kreuzen, dass hier ein Domkapitular beigesetzt wird.

Das himmlische Jerusalem

Karlsschützen, St. Katharina-Schützenbrüder Aachen-Forst, Abordnungen der Kolping-Gesellschaft, des Malteser-Hilfsdienst und verschiedener Studentenverbindungen erweisen dem Verstorbenen beim mächtigen Klang der Orgel die Ehre und bilden im Chorraum ein schönes Bild. Der Domchor mit seinen Knaben und Herren unter der Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet umrahmen die Feier musikalisch. Gerhard Dünnwald, Rektor der Domsingschule, verstärkt das Ensemble als Sänger.

Familiär begrüßt Bischof Heinrich Mussinghoff die Gemeinde, auch Verwandte, Freunde - und Käthe Lüttgen, die langjährige Haushälterin des Dompropstes. Das „himmlische Jerusalem” ist ein Leitgedanke, dem auch der Bischof gern folgt. „Gott hat ihn heimgerufen in sein Vaterhaus, er hat ein ewiges Zuhause bei Gott.”

Als Überleitung zur Beisetzung gibt es drei weltliche Ehrungen. Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden widmet dem Verstorbenen herzliche Worte: „Nächstenliebe, Solidarität und Altruismus” hebt er Charaktereigenschaften des „welterfahrenen, bodenständigen” Priesters hervor. NRW-Familienminister Armin Laschet, als Vorsitzender des Kuratoriums der Europäischen Stiftung Aachener Dom Nachfolger des ehemaligen Dompropstes, überbringt den Dank der Landesregierung, des Ministerpräsidenten „und sicherlich aller Ministerpräsidenten”, wie er betont.

Erinnern, begegnen

„Er hat unsere Arbeit mit Charme und Bescheidenheit geprägt, er ist uns Vorbild und Verpflichtung für die Zukunft”, versichert Jochen Bräutigam, Vorsitzender des Karlsverein-Dombauvereins. Dann sammelt man sich, um den Sarg zur Gruft zu begleiten. Alles ist vorbereitet, der Platz ist begrenzt, doch der Ehrendienst ordnet alles ruhig. Schlicht segnet der Bischof den Sarg, der an starken Seilen hinab in die Tiefe gelassen wird.

Nicht weit vom Ort der Stille ist danach Gelegenheit zum Erinnern und zur Begegnung. Gastronom Hans Holland hat mit seinem Team weiße Tische gedeckt und einen kleinen Imbiss vorbereitet. „Für uns ist das eine große Auszeichnung. Hans Müllejans, den ich 25 Jahre lang kannte, war eine Persönlichkeit, die viel Kraft und Menschlichkeit ausstrahlte”, betont Holland. Unter den Gästen ist Bischof Evmenios von Lefka, der in Aachen lebende Metropolit von Deutschland. „Wir waren im besten Sinne gute Nachbarn, ein Mensch der Liebe und der Versöhnung”, lächelt der griechisch-orthodoxe Geistliche.

Wer Kreuzgang und Dom verlässt, trifft nochmals auf Herren des 35-köpfigen Ehrendienstes. „Die Planung muss sehr genau sein, damit alles perfekt abläuft”, sagt ihr Sprecher Jürgen Sevenich. Jeder Besucher erhält ein Gedenkblättchen - auf der Vorderseite Dom und Barbarossaleuchter, in der Mitte die Bitte um ein Gebet, die alle gern mit in ihren Alltag nehmen.
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