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Doch Karneval wird kaum gezeigt

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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Im Fokus der bundesweiten Öffentlichkeit: Die Verleihung des AKV-„Ordens wider den tierischen Ernst” an Ritter Jürgen Rüttgers, ausgestrahlt am Montagabend in der ARD. Foto: Michael Jaspers

Aachen. So, jetzt machen wir´s uns auf der Couch gemütlich und gucken uns die Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst” an. Und sehen fassungslos, was da als Öcher Karneval im Fernsehen gezeigt wird. Unglaublich! Zusammengerafft bis zum „gehtnichtmehr”.

Die 4Amigos sind mit nur einem Lied zu sehen, der Aufmarsch der Öcher Börjerwehr, der Öcher Duemjroefe und der Oecher Prente fällt ganz der Schere zum Opfer, sogar an Dirk von Pezolds „Lennet Kann” finden die Cutter noch etwas zum Schneiden. „Was bleibt, das ist noch Fastelovvend”, den Satz lassen die TV-Gewaltigen Jürgen Beckers sagen und lügen damit dem Zuschauer in die Tasche. Denn Karneval - zumal Öcher Fastelovvend - wird kaum gezeigt. Der Karnevalsprinz kommt überhaupt nicht vor. Der Zuschauer weiß beim besten Willen nicht, was diese Sendung zur besten „Primetime” soll.

Er sitzt also fassungslos vor dem Gerät, und weiß nicht, dass die Sendung sogar noch schlechter ist, als das am Samstagabend Gebotene. Da ist nun gar kein roter Faden, nichts, was den Zuschauer vor der Mattscheibe halten würde.

Plötzlich ist Märchenprinz Jan I. zu sehen. Bis auf ein Gedichtchen ist auch der Öcher Kinderkarneval, immerhin ein Alleinstellungsmerkmal der Westzipfler, zusammengestrichen. Der Aachener Karneval scheint keinerlei Wert zu haben, auch nicht beim WDR.

RTL-Dschungelkönigin Désirée Nick erscheint auf dem Bildschirm als Nofretete. Die Rede der RTL-Dschungelkönigin darf der Zuschauer fast ganz genießen. Oder er muss sie ertragen. Warum sie überhaupt zu sehen ist, das wird dem Zuschauer nicht verraten. Warum soll´s dem auch besser gehen, als dem Sitzungsbesucher am Samstagabend?

Der Zuschauer jedenfalls ist platt. Und fragt sich spätestens nach einer halben Stunde Sendezeit, ob er nicht doch lieber auf ein anderes Programm umschalten soll. Davon halten ihn nur die 4 Amigos ab.

Die Verleihung des Zentis-Kinderkarnevalspreises an das Aachener St. Ursula-Gymnasium wird zwar gezeigt, nur erschließt sich dem Fernsehzuschauer nicht, dass die Schule für ihr Engagement im Kinderkarneval ausgezeichnet wird.

Eckart von Hirschhausen darf als Kabarettist und Arzt einen Ausflug in die Abteilung „Lachen ist Humor” machen. Sein Beitrag wird fast nicht gekürzt. Und dann kommen Klaus und Klaus mit der Nordseeküste und dem Hummelflug. Warum? Das weiß keiner. Wie gesagt: Der rote Faden fehlt, dazu noch zahlreiche und schlechte Schnitte, perfekt ist die Malaise. Bei Renate Schmidt und ihrem witzlosen Vortrag über „Männerhaltung, leicht gemacht” kann man getrost zum Kühlschrank laufen, um ein gekühltes Bier zu holen. Das wird nämlich jetzt gebraucht. Ohne ist die Sendung unerträglich.

Mario Adorf als Laudator schwächelt. Jürgen Rüttgers, um den es am Abend als Ordensträger gilt, gefällt allerdings mit seiner oft gehaltenen Frikadellen-Rede dem genervten Fernsehzuschauer.
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