Dioxin in Bio-Eiern aus verschiedenen Quellen

Von: dpa
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Untersuchungen zu Dioxin-Eiern
Ein Becher mit Eigelb von Hühner-Eiern steht in einem Labor zur Untersuchung. Foto: dpa

Düsseldorf/Münster. Die verschiedenen Dioxinfunde bei Bio-Eiern in Nordrhein-Westfalen haben offensichtlich keine gemeinsame Quelle. Im Hühnerfutter fanden Experten über die Feiertage keine Verunreinigung.

„Futtermittel scheiden immer mehr als mögliche Quelle aus”, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums am Ostermontag.

Damit sei auch sehr unwahrscheinlich, dass die Fälle auf einem Hof in Ostwestfalen sowie bei zwei Direktvermarktern in Duisburg zusammenhingen. „Alle drei Höfe haben unterschiedliche Lieferanten.” Forscher des Chemischen Veterinär- und Untersuchungsamtes in Münster untersuchen nun noch Boden- und Wasserproben aus den Betrieben. Ergebnisse sollten im Laufe der Woche vorliegen, sagte der Sprecher.

Wenige Tage vor Ostern hatten Prüfer bei Bio-Eiern eines Erzeugers im Kreis Minden-Lübbecke eine stark erhöhte Konzentration des Dioxin-ähnlichen PCB entdeckt. Über die Ostertage war der Hof zwischenzeitlich komplett gesperrt worden, nachdem in einer zweiten Probe erneut PCB in Bio-Eiern gefunden worden war. Seit Ostermontag darf der Erzeuger seine Eier aus dem konventionellen Betrieb aber wieder verkaufen, wie der Kreis berichtete.

Obwohl die Belastung der Bio-Eier schon bekannt war, waren von dem Hof zuvor noch etwa 7000 Eier in den Handel gekommen. Eine Verpackungsfirma im rheinischen Euskirchen hatte dem Eierhof zwar belastete Ware zurückgeschickt, einen Teil aber übersehen.

Das Verbraucherministerium in Düsseldorf will auch klären, warum die betroffenen Kreise Minden-Lübbecke und Euskirchen erst mit Verzögerung von der PCB-Belastung erfahren haben. Die Ergebnisse waren bereits am 15. März bekannt, benachrichtigt wurden die Kreise aber erst am 26. März, hatte ein Sprecher erklärt.

In Eiern von zwei kleineren Direktvermarktern in Duisburg war kurz vor Ostern zudem Dioxin entdeckt worden. Belastete Eier waren auf einem Kinder- und Lernbauernhof der Arbeiterwohlfahrt und bei einem Bio-Betrieb mit 120 Tieren gefunden worden. „Hier haben wahrscheinlich lokale Ereignisse eine Rolle bei der Verunreinigung gespielt”, sagte der Sprecher des NRW-Verbraucherschutzministeriums.

Zuletzt hatte ein Dioxinskandal Ende 2010 die Verbraucher verunsichert. Das Dioxin stammte damals aus Futtermitteln. Im aktuellen Fall sind bislang alle Futterproben negativ ausgefallen.

NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) sprach sich derweil am Montag dagegen aus, die Grenzwerte für Dioxin aufzuweichen, wie es Branchenverbände forderten. Es sei die „Pflicht der Nahrungs- und Lebensmittelindustrie, die Schadstoffbelastung zu verhindern” und nicht die Aufgabe der Politik, die Grenzwerte zu gestalten.

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