Die Zeit der Blümchenschauen ist vorbei

Von: Verena Müller
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Ein Blick in die Zukunft: 2012 findet in Venlo die Floriade, die Weltausstellung im Gartenbau, statt. Foto: ddp

Venlo. Venlo will grün werden. Richtig grün. Die ganze Region soll vom Umweltsektor profitieren. Dafür musste aber erst einmal viel Grün weichen. Bäume wurden gefällt, Sträucher entfernt, Boden planiert. Platz muss her.

Genau 40 Hektar Ausstellungsfläche für die sechste Gartenbau-Weltausstellung in den Niederlanden, die „World Horticultural Expo”, im Jahr 2012. Die Floriade.

Alle zehn Jahre kommt die Weltausstellung in die Niederlande. Erstmals findet sie nicht in der Randstad, im Westen des Landes, sondern ganz im Osten, fünf Kilometer hinter der Grenze zu Deutschland statt. In Venlo.

Pflanzen, Blumen, Bäume, Sträucher, Obst und Gemüse und alles, was damit zusammenhängt - die Themen der Floriade bestimmen die Region Venlo schon lange. Sie sei für die Floriade prädestiniert, findet Paul Beck, Direktor der Floriade. „Zusammen mit dem Niederrhein ist die Region Venlo das größte Gartenbaugebiet Europas”, sagt er.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Floriade-Gelände befindet sich die Blumenbörse Flora für Großhändler oder Baumschulen. Einige Unternehmen, die dort angesiedelt sind, wollen nicht nur für die Floriade auf das Ausstellungsgelände umziehen, sondern dort bleiben.

40 Prozent Deutsche erwartet

Was sich in den Pavillons, auf den Grünflächen und Bühnen der Floriade abspielen wird, wird als „inspirierendes Theater” vermarktet. Gartenbau-Neuheiten sollen nicht einfach vorgestellt werden, sondern mit gesellschafspolitischen Themen verknüpft werden. „Das ist einmalig”, sagt Beck.

Dem angestaubten Image von Gartenbauaustellungen wolle die Floriade entgegentreten. Dafür steht Beck, der auch schon in der Leitung der TV-Produktionsfirma Endemol und des Freizeitparks Efteling gesessen hat.

Gerade hat der 60-Jährige die Einladungen an 25 Nationen verschickt. China etwa will im Themenbereich „Entspannung und Gesundheit” ausstellen, Nepal im Kulturbereich einen buddhistischen Garten anlegen, Frankreich sich grüner Energie widmen.

Zwei weitere Themen werden Umwelt sowie Bildung/Innovation sein. Die Uni Wageningen/Maastricht beispielsweise soll ihren Lehrstuhl für erneuerbare Energien auf dem Gelände ansiedeln.

Rund fünf Jahre dauern die Vorbereitung, 15 Menschen sind derzeit damit beschäftigt. Während der Floriade, zwischen April und Oktober 2012, werden 400 Menschen für die Ausstellung arbeiten.

100 Millionen Euro Investitionen sind anvisiert, davon zahlen staatliche Stellen 30 Millionen, Sponsoren 20 Millionen, der niederländische Gartenbaurat sechs Millionen, acht Millionen kommen vom Gastgewerbe und durch Werbeeinnahmen - und nicht zuletzt: 20 Millionen Euro sollen mit dem Ticketverkauf eingenommen werden.

„Wir gehen von mindestens zwei Millionen Besuchern aus”, sagt der Floriade-Direktor. „40 Prozent werden voraussichtlich aus Deutschland kommen.” 20 bis 22 Euro soll eine Einzelkarte kosten. Etwa fünf Euro pro Kind visiert Beck an.

Wegen der Grenznähe pflegt die Floriade enge Kontakte zum Land NRW und zum Niederrhein. Wichtig ist das auch bei der Frage der Unterbringung der Besucher. „In einem Umkreis von 30 Kilometern sind aber genügend Kapazitäten vorhanden”, sagt Beck. 120 Zimmer wird es auf dem Floriade-Gelände selbst geben.

Und was bleibt am En- de von der Floriade? „Wir erhoffen uns einen enormen Schub für die Region”, sagt Beck. Von hunderten neuen Arbeitsplätzen geht er aus, einem wirtschaftlichen Folgeeffekt von 400 Millionen Euro. Aber erst einmal stehen andere Dinge an: Die ersten Bäume wurden gepflanzt und im August sollen die ersten Wege auf dem Gelände entstehen.

Die Städteregion Aachen hat mit Unterstützung der Nachbarn aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden ihre Bewerbung um die Ausrichtung der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2017 an die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) übergeben. Einziger Konkurrent: Berlin mit dem Ex-Flughafengelände Tempelhof.

Von „zwei hochwertigen Bewerbungen” spricht DBG-Geschäftsführer Matthias Schmauder. Das Aachener Papier „Region im Wandel: Wie wir morgen leben” basiert auf einem Ausstellungskonzept mit einem zentralen Ausstellungsgelände in Aachen und Projekten in der Region.
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