Die Romanistik und der schwere Stand der Fakultät

Von: tka
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Aachen. Glaubwürdig, nachhaltig und zügig will Dekanin Christine Roll die neue Ausrichtung der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen vorantreiben. Das sagte sie am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Ob dabei die Lehramtsfächer Spanisch und Französisch weiterhin zum Studienangebot zählen und damit die Romanistik an der RWTH Zukunft hat, muss aber bezweifelt werden.

Roll nannte die Entscheidung, die die Fakultät seit Monaten beschäftigt, zwar vollkommen offen, wenn Ende Januar erneut der Fakultätsrat für oder gegen die Lehramtsfächer entscheiden wird. Er hatte in der Vergangenheit bereits gegen die Abschaffung votiert. Sie sagte aber auch: „Wenn wir dann sagen, dass wir die Lehramtsstudiengänge nicht abschaffen, wird die Fakultät innerhalb der Hochschule einen sehr schweren Stand haben.“

Fakt ist, dass das Rektorat eine neue Strategie der Geisteswissenschaften jenseits ihres klassischen Verständnisses wünscht. Das Wechselspiel mit anderen Disziplinen wird ausdrücklich erwartet. Die neue Dekanin hatte daraufhin ein sogenanntes offenes Dekanat gestartet. Stundenweise war ihr Büro zugänglich, an Stellwänden konnten Interessierte Vorstellungen von der Fakultät deutlich machen. Die Resultate wurden in einer Fakultätsratssitzung am Mittwochabend diskutiert – es war bisweilen hoch emotional, auch Roll will sich davon nicht frei machen. Unterm Strich sagt sie aber: „Ich habe Aufbruchstimmung und großes Engagement gespürt. Ich habe das Gefühl, dass der Prozess angenommen wird.“ Schon das offene Dekanat sei ein Erfolg gewesen.

Im Fakultätsrat wurden als Folge des offenen Dekanats fünf Arbeitsgruppen unter anderem zu den Themen Lehramt und Forschung ins Leben gerufen. Professoren, Dozenten und Studenten sollen den Status quo der Fakultät ermitteln und ein Wunschbild formulieren. „Wir haben schon gesehen, wie gut wir aufgestellt sind. Wir können dem Rektor sagen: Schauen Sie mal, was wir können“, erklärt Dekanin Roll.

Am 7. Januar sollen die Gruppen bei der nächsten Sitzung des Fakultätsrats erste Ergebnisse vorlegen. Roll wünscht sich, dass dem Strategieprozess der Fakultät Flügel wachsen. „Die Fakultät hat ihre Zukunft selbst in der Hand“, sagt sie. Teilnehmer der Fakultätsratssitzung haben einen anderen Eindruck: Ausgerechnet im Fall der Romanistik sei die Antwort bereits klar. Dabei wird für deren Erhalt seit Monaten sehr engagiert gestritten.

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