bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Die Region klickt ins Leere: Google baut Street View nicht aus

Von: Christoph Velten
Letzte Aktualisierung:
google street view

Aachen. Straße für Straße, Haus für Haus hat Google die Welt bereits abfotografiert. Es braucht nur einen Klick und man steht mitten auf den Champs-Élysées, vor dem Kapitol in Washington oder der Domplatte in Köln.

Mit dem Rundgang über den Aachener Katschhof, durch die Stolberger Altstadt, dem virtuellen Besuch beim Nachbarn oder vor der eigenen Haustür wird es in unserer Region auf absehbare Zeit allerdings nichts werden.

Google hat am Montag bestätigt, dass sein Dienst Street View zunächst nicht ausgebaut werde. Man wolle es bei den 20 deutschen Großstädten belassen, die bislang freigeschaltet sind, sagte eine Sprecherin gegenüber unserer Zeitung. Endgültig sei diese Entscheidung natürlich nicht.

Über die Gründe will sich Google öffentlich nicht auslassen. Spekuliert wird, dass es dem Unternehmen zu viel Aufwand ist, die in Deutschland besonders hohe Anzahl von Widersprüchen zu bearbeiten. Viele Deutsche nutzen Street View zwar für ihre Ferienplanung, doch das eigene Heim mag man lieber nicht im Netz sehen.

Allein für die bereits freigeschalteten 20 Großstädte hatte Google über 240.000 Anträge auf Unkenntlichmachung von Häuserfassaden bearbeiten müssen (rund drei Prozent der Betroffenen). Ein enormer Aufwand: Jedes Haus muss per Hand gleich auf mehreren Bildern digital verwischt werden. Rechnet man die drei Prozent für das gesamte Bundesgebiet hoch, müsste Google in Deutschland mehr als eine Million Häuser unkenntlich machen.

Google-Sprecher Kay Oberbeck dementierte hingegen einen Bericht des renommierten US-Portals Searchengineland.com vom Wochenende, wonach Google die Fotoaufnamen für Street View in Deutschland komplett gestoppt habe. „Wir haben den Dienst doch erst vor einigen Monaten eingeführt. Daher gibt es keinen Grund, derzeit erneut Aufnahmen für Street View zu machen”, sagte er.

Oberbeck verwies auf einen entsprechenden Blogeintrag des Produktmanagers von Street View, Raphael Leiteritz, vom 28. Januar 2011. An dem dort veröffentlichten Plan habe sich nichts geändert. „Wir haben aber derzeit keine Pläne, die aufgenommenen Bilder in Street View darzustellen”, schrieb Leiteritz damals.

Das heißt, die Kamerawagen von Google sind zwar derzeit wieder in Deutschland unterwegs. Beim aktuellen Einsatz geht es aber nicht um Fotos für Google Street View, sondern um eine Verbesserung des Kartendienstes Google Maps. „Selbstverständlich können unsere Nutzer nach wie vor Street View für die 20 deutschen Städte, welche wir bereits veröffentlicht haben, als auch für die 26 weiteren Länder nutzen”, sagte Oberbeck.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert