Düren/Aachen - Die NRW-Radtour: 1000 Radler, nass von Schweiß und Regen

Die NRW-Radtour: 1000 Radler, nass von Schweiß und Regen

Von: Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
20130725_0000310e4fd5aece_DSC_1033.JPG
Tausend Radfahrer trafen sich am Donnerstag auf dem Dürener Hoeschplatz für eine Tagesetappe der NRW-Radtour. Foto: Laura Beemelmanns
20130725_0000310e4fd5aece_DSC_0884.JPG
Tausend Radfahrer trafen sich am Donnerstag auf dem Dürener Hoeschplatz für eine Tagesetappe der NRW-Radtour. Foto: Laura Beemelmanns
20130725_0000310e4fd5aece_DSC_0906.JPG
Tausend Radfahrer trafen sich am Donnerstag auf dem Dürener Hoeschplatz für eine Tagesetappe der NRW-Radtour. Foto: Laura Beemelmanns
20130725_0000310e4fd5aece_DSC_0897.JPG
Tausend Radfahrer trafen sich am Donnerstag auf dem Dürener Hoeschplatz für eine Tagesetappe der NRW-Radtour. Foto: Laura Beemelmanns
20130725_0000310e4fd5aece_DSC_1008.JPG
Tausend Radfahrer trafen sich am Donnerstag auf dem Dürener Hoeschplatz für eine Tagesetappe der NRW-Radtour. Foto: Laura Beemelmanns

Düren/Aachen. Mit einem Mal dringt der schrille Ton Hunderter Fahrradklingeln durch Dürens Innenstadt. Die Szenerie erinnert an einen Flashmob. Über 1000 Menschen, über 1000 Fahrräder – alle versammelt an nur einem Platz. Dann ein Schuss. Der erste von zweien. Das Startsignal.

Zeit für einen letzten prüfenden Blick auf Helm oder Reifen bleibt nicht. Der Pulk verlangt schnelles Handeln. Die Menge setzt sich in Bewegung. Aufsitzen, in die Pedale treten und los. Das ist das Credo für diesen Tag, für diese Tour.

Über 1000 Radfahrer haben sich am Hoeschplatz in Düren auf den Weg gemacht, um in die erste von vier Tagesetappen der NRW-Radtour zu starten. Die führt von Düren über Eschweiler bis zum Katschhof in Aachens Innenstadt. Mönchengladbach, Düsseldorf und Solingen sind die Etappenziele der folgenden Tage. Bis Sonntag sind die Radler noch unterwegs und haben dann 230 Kilometer hinter sich gebracht.

Augen zu und durch

Soweit die Theorie. Aber bereits am ersten Tag warteten einige Hindernisse auf die Radfahrer. „Ich muss mir jetzt erst mal neue Schuhe kaufen. Ist hier irgendwo ein Geschäft?“, fragt Heinz Kemper in die Runde der anderen fünf Radfahrer seiner Gruppe, die sich „Nu män tou!“ nennt. Alle sechs sind aus dem Münsterland, alle sechs waren noch nie in Düren oder Eschweiler. Dementsprechend schütteln fünf Köpfe ahnungslos den Kopf.

Aber: Heinz‘ Schuh ist kaputt. Und er tropft. Ebenso seine Kleidung – und die der anderen. Allerdings nicht, weil sie nach den ersten zwei Stunden der Radtour so sehr geschwitzt haben, sondern weil unmittelbar nach dem Start ein gewaltiger Regenschauer über die Radfahrer hinweggezogen ist.

Kaum in Düren gestartet, prasselt es nur so vom Himmel. Einige der Radfahrer halten am Rand an, um sich ein Regencape überzuziehen. Andere tun es ihnen gleich. Und schon stockt der Radverkehr. Stau – mitten im Feld zwischen Düren und dem ersten Etappenziel am Eschweiler Markt. Kein Baum zum Unterstellen, und schneller fahren geht bei einer Gruppe von über 1000 Menschen auch nicht.

Also heißt es: „Augen zu und durch“, wie Ingo Kielmann, ebenfalls einer der Sechser-Gruppe, den Regenguss kommentiert. „Alles ist nass“, sagt er, aber, „immerhin war es nicht so kalt wie im letzten Jahr.“ Er selbst ist nämlich „Wiederholungstäter“, und ein echter Fan der Tour.

Heinz Kemper plagt derweil immer noch sein kaputter Schuh. Er nutzt die kleine Pause in Eschweiler, um sich neues Schuhwerk zu besorgen. Eine kurze Anprobe. „Die nehme ich. Ich lasse sie auch gleich an“, sagt er zur Verkäuferin. Das alte Paar Schuhe schmeißt er dort in einen Eimer und geht mit trockenen Füßen zum Rest der Gruppe zurück.

Die Radfahrer haben auf Bierbänken am Markt Platz genommen. Es gibt ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee für jeden zur Stärkung – gewürzt mit dicken Regentropfen, die immer mal wieder herabfallen. Davon lässt sich allerdings niemand beirren. Immer noch herrscht gute Laune in der Gruppe. „Die Stimmung ist super. Wir haben genau so angefangen, wie wir im letzten Jahr aufgehört haben“, sagt Markus Hellenkamp, ebenfalls ein Radfahrer, der die NRW-Radtour schon mehrfach mitgefahren ist. „Man kommt mit jedem ins Gespräch, das ist das Tolle hier. Die Gruppe ist völlig unkompliziert.“

Nun bleiben anderthalb Stunden Zeit für einen Snack, ein nettes Gespräch, ein alkoholfreies Weizenbier oder zum Schweigen und Musikhören. Dann die Durchsage. „Bitte die Räder holen“. Die Radfahrer brechen auf. Sie setzen ihre Helme auf, packen die Taschen und schwingen sich aufs Rad. Für diesen Tag zum letzten Mal. 1000 Radfahrer positionieren sich im Start-Bereich.

Wieder erklingen Hunderte Glöckchen. Wieder hört man den schrillen Ton der Fahrradklingeln. Die Eschweiler winken am Straßenrand zum Abschied. Dann biegt die Meute in die Innenstadt und ist außer Sicht.

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert