Die ersten „Bufdis” treten ihren Dienst bei den Maltesern an

Von: Anja Klingbeil
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Ob die Jacken passen? Jeanett
Ob die Jacken passen? Jeanett Gerhards und Pascal Draheim sind die ersten „Bufdis” bei den Maltesern. Wolfgang Heidinger (l.) und Mario Schippers helfen beim Anziehen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Jeanett Gerhards hat ein Ziel: Rettungsassistentin will die 19-Jährige werden. Das steht fest. Doch bevor sie mit ihrer Ausbildung beginnt, hat sie am Montag ihre Arbeit angetreten beim Malteser Hilfsdienst in Aachen.

Gemeinsam mit Pascal Draheim gehört sie zu den ersten Freiwilligen nach dem Bundesfreiwilligendienst (BFD), die die Hilfsorganisation begrüßte. Insgesamt 15 „Bufdis” - so wird das sperrige Wort abgekürzt - engagieren sich in den nächsten Monaten freiwillig in den Bereichen Krankentransport und Hausnotruf. Dafür erhalten sie ein Taschengeld von 450 Euro im Monat.

Und jede Menge Erfahrung. Die wollen Jeanett und Pascal bei den Maltesern sammeln. „Ich möchte gerne Menschen helfen. Doch als Rettungsassistent hat man eine große Verantwortung zu tragen”, sagt Jeanett Gerhards. Dieser ist sie sich bewusst. Ein Grund, warum sich die junge Frau für den BFD entschieden hat. Sie möchte lernen: den Umgang mit kranken Menschen, die medizinische und soziale Verantwortung, die sie später auch als Rettungsassistentin übernehmen muss.

Auch Pascal Draheim will praktische Erfahrung sammeln, wie er erzählt. Nach dem Einsatz als „Bufdi” will er Medizin studieren, Arzt werden. „Auch, um mich darauf vorzubereiten, habe ich mich für ein freiwilliges Jahr entschieden”, sagt der 19-jährige Abiturient.

Für die beiden jungen Erwachsenen schafft der BFD die richtigen Grundlagen. Bei den Maltesern erhalten sie ein Fahrsicherheitstraining, werden in Erster Hilfe ausgebildet, machen ein Praktikum im Krankenhaus auf der Intensivstation. Zusätzlich erhalten sie eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Sie haben also vielfachen Einblick in jene Bereiche, auf die sie auch in ihrem späteren Beruf stoßen werden.

Und wie profitiert der Malteser Hilfsdienst von seinen neuen Freiwilligen? Die „Bufdis” haben zum 1. Juli den Zivildienst abgelöst. Gab es vorher drei Zivildienstleistende im Bereich des Krankentransportes, kann sich der Hilfsdienst nun über insgesamt 15 Freiwillige freuen, sagt Mario Schippers, Leiter des Rettungsdienstes der Malteser. Wo andere Organisationen und Träger stöhnen, dass es zu wenige Engagierte gibt, die ein freiwilliges Jahr anstreben, können die Aachener Malteser kaum klagen.

„Für uns ist das durchaus ein Neustart, auch eine neue Philosophie. Wir begreifen den Wegfall als Chance, um auf dem freien Markt um Freiwillige zu werben”, sagt Wolfgang Heidinger, Geschäftsführer der Malteser in der Diözese Aachen. Mit dieser neuen Philosophie gehen die Malteser sehr offensiv um, begreifen sie als Chance. Schon früh, so sagt Mario Schippers, ist die Organisation an die Öffentlichkeit gegangen. Etwa mit einer eigenen Internetseite, auf der sich alles um den Bundesfreiwilligendienst dreht. Man hat bewusst dafür geworben - ohne darüber zu klagen, dass ohne Zivildienstleistende die Welt zusammenbrechen würde. „Wir haben ein gutes Angebot”, sagt Heidinger. In der Städteregion und im Bereich Düren wird das gut und gerne angenommen. Lediglich für den Altkreis Monschau suchen die Malteser noch Bewerber für den BFD, sagt Heidinger. Im Gegensatz zum Freiwilligen sozialen Jahr (FSJ), das inhaltlich mit dem BFD identisch ist, können sich auch etwa Senioren als „Bufdi” melden.

Richtig los geht es für Jeanett Gerhards und Pascal Draheim erst heute. Dann nämlich steht der Erste-Hilfe-Kurs auf dem Programm. Ihre orange-blauen Malteser-Jacken haben die Beiden am Montag schon einmal probeweise übergestreift. Und darin fühlten sie sich bereits richtig wohl.
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