Die Erfinderfabrik: Neues Zentrum für die RWTH-Produktionstechnik

Von: Claudia Schweda
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Das aktuelle Vorzeigeprojekt des Clusters Produktionstechnik auf dem RWTH-Campus Melaten ist unübersehbar: Der elektrische Stadtflitzer „e.GO“. Foto: Michael Jaspers
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Der am Donnerstag erstmals präsentierte elektrische Kleinbus „e.GO Mover“ wurde am Cluster Produktionstechnik innerhalb eines Jahres entwickelt. Foto: Michael Jaspers
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Neuer Gebäudekomplex für den Cluster Produktionstechnik auf dem RWTH-Campus eröffnet: Auf rund 30000 Quadratmetern sollen künftig Innovationen von Werkzeugen bis hin zu Prototypen erforscht und entwickelt werden. Foto: Michael Jaspers
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Beim Eröffnungstalk sprachen (v.l.) Walther Pelzer vom NRW-Forschungsministerium , Cluster-Leiter Günther Schuh, RWTH-Prorektor Malte Brettel, Bernd Bohr vom Hochschulrat, Oliver Schumy von der Immofinanz und Frank Piller, Gründungsdekan der RWTH Business School, die ebenfalls am Donnerstag in diesem Gebäude eröffnet wurde. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das aktuelle Vorzeigeprojekt des Clusters Produktionstechnik auf dem RWTH-Campus Melaten ist unübersehbar: Der elektrische Stadtflitzer „e.GO“ hat gleich am Eingang des am Donnerstag offiziell eröffneten Gebäudes des Clusters seinen „Showroom“ bekommen. Die Entwicklungen in der E-Mobilität sind die Leuchtturmprojekte des Clusters.

Sie zeigen eindrücklich, was diese Forschungsverbünde an der RWTH, in denen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen eng vernetzt mit Unternehmen zukunftsweisende Projekte erforschen und entwickeln, leisten können. Der am Donnerstag erstmals präsentierte elektrische Kleinbus „e.GO Mover“ wurde am Cluster Produktionstechnik innerhalb eines Jahres entwickelt.

Rund 1000 Experten der Produktionstechnik aus Wirtschaft und Wissenschaft, die zum zweitägigen Werkzeugmaschinen-Kolloquium nach Aachen gekommen waren, konnten sich gleich einen Eindruck vom neuen Zuhause ihrer Forscherkollegen in Aachen machen. Das Gebäude ist für 60 Millionen Euro von der Immofinanz mit Sitz in Wien nach Entwürfen des Architektenbüros Henn aus München gebaut worden.

Mit rund 30.000 Quadratmetern ist es der größte Gebäudekomplex auf dem Campus. Bis zu 800 Experten aus Wissenschaft und Industrie arbeiten dort in einem Leichtbauzentrum, einer Prototypenwerkstatt oder einer Werkzeugbauakademie an innovativen Lösungen. Komplexe Produktionsketten können dort echtzeitnah simuliert werden. Und eine „lernende Fabrik“ vernetzt Arbeits- und Produktionsdaten so, dass Produktionssysteme schneller gesteuert werden können.

Der Cluster existiert bereits seit vier Jahren. Am neuen Standort am Campus Boulevard soll es „eines der größten Forschungslabore zum Thema Produktionstechnik und Industrie 4.0 in Europa werden“, sagte Professor Günther Schuh, Leiter des Clusters und Direktor der Campus GmbH, im Eröffnungstalk mit Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung.

Über 150 Unternehmen seien bereits Mitglied, darunter Audi, BMW, Daimler, Hilti und Bosch und Siemens Hausgeräte. Diese Unternehmen seien die besten Botschafter für den Aachener Campus, sagte Professor Malte Brettel, RWTH-Prorektor für Wirtschaft und Industrie. „Denn die, die einmal bei uns sind, bleiben dabei.“ Walther Pelzer vom Landesforschungsministerium lobte, dass die RWTH sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhe. „Man macht hier Druck in Aachen. Die nächsten Ideen warten darauf, finanziert zu werden“, sagte Pelzer.

Es sei der größte, „der mächtigste Cluster“ auf dem Campus, sagte Schuh. Dennoch sieht er sich damit noch nicht am Ziel. Trotz dieses Clusters sei erst ein Drittel seiner Campusvision realisiert. Er wünsche sich, Neues wie den „e.GO“ oder den „e.Mover“ am laufenden Meter leisten zu können.

Eine Erfinderfabrik. „Aber dafür haben wir auch mit dem Cluster Produktionstechnik noch nicht die kritische Masse erreicht“, sagte er selbstkritisch. Wer Günther Schuh kennt, weiß, dass er alles in seiner Macht stehende tun wird, damit diese Vision des „Engineering Valley“ schnell Realität wird.

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