Roetgen - Die Eifelgemeinde Roetgen kämpft um ihre zweite Ampel

Whatsapp Freisteller

Die Eifelgemeinde Roetgen kämpft um ihre zweite Ampel

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Eine Ampel steht bereits in Roetgen. Und dies schon seit Jahrzehnten. Die Anlage steht auf der Bundesstraße 258, der zentralen Achse zwischen Aachen und der Nordeifel, dort, wo es zum alten Ortskern geht.

Auswärtige, die oft nur schnell einmal durch Roetgen rollen wollen, ärgert diese Ampel. Ortsansässige können nur so zügig auf die Bundesstraße gelangen. Denn die ist gut befahren. In den Vormittagsstunden sind auf der B258 täglich mehr als 5000 Fahrzeuge unterwegs, nachmittags von 15 bis 19 Uhr sind es fast 6500.

Und nun das: Die Gemeinde Roetgen plant eine zweite Ampel – ebenfalls an der B 258. Hintergrund ist eine Vereinbarung im Zuge einer Discounter-Ansiedlung. Wartezeiten für Abbieger aus einer Nebenstraße sollen vermieden und Kreuzungen entlastet werden. Doch inzwischen stehen beim Projekt Ampel die Zeichen auf Rot. Zumindest bei vielen Autofahrern und Politikern in der Nordeifel. Der Plan, das lässt sich sagen, hat mächtig viel Staub aufgewirbelt. Nachdem die Pläne öffentlich wurden, stießen diese bei der Städteregion Aachen auf Widerstand. Sie bevorzugt einen Kreisverkehr an dieser Stelle. Gegenseitig versucht man sich nun, mit Gutachten, die jeweils von der anderen Seite in Zweifel gezogen werden, von der Richtigkeit der Argumente zu überzeugen.

Groß war die Empörung der Roet­gener Politiker über die Haltung der Städteregion jüngst in der Sitzung des Bauausschusses. Von „Taschenspielertricks“ des Städteregionsrates Helmut Etschenberg war die Rede, von einer „Frechheit“ gegenüber der Gemeinde Roetgen auch. Zudem wurden die Nachbarkommunen Monschau und Simmerath aufs Korn genommen – denn dort wird eine weitere Ampel auch nicht gerne gesehen. Es sei Zeit zu zeigen, dass Roetgen eine eigenständige Gemeinde und nicht „ein Anhängsel“ der anderen Eifelkommunen sei, sagte etwa Günther Severain von den Freien Wählern der UWG. Roetgens Bürgermeister Manfred Eis verwies darauf, dass der innerörtliche Verkehr ohne Ampel kaum eine Chance habe, auf die Bundesstraße zu gelangen.

Die Antwort auf die Offensive der Roetgener Politik ließ nicht lange auf sich warten. Eine zweite Ampel, sagen die Kritiker, laufe allen bisherigen Bemühungen entgegen, die wichtige Verkehrsachse leistungsfähiger zu gestalten. Städteregionsrat Etschenberg forderte einen sachlichen Dialog, und auch so mancher Bürger in Monschau und Simmerath fühlt sich brüskiert. So wird etwa gefordert, die Bürger aus Lammersdorf bei der nächsten Kommunalwahl wieder in ihrer Heimatgemeinde Simmerath wählen zu lassen und nicht wie bei der letzten Wahl in Roetgen. Dort würden völlig andere Interessen vertreten und nach den „beleidigenden Äußerungen“ von Roetgener Seite sei es nicht mehr zumutbar, dort seine Stimme abzugeben, wird in einem Leserbrief an unsere Zeitung bemerkt.

Eine Lösung zeichnet sich in absehbarer Zeit nicht ab. Etschenberg betonte, sinnvoll sei „kein Schnellschuss“, sondern eine Lösung, mit der alle Beteiligten in den kommenden Jahrzehnten am besten leben könnten. Er will jetzt noch einmal eine Expertenabstimmung herbeiführen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert