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Die Baupläne liefert die Fernsehserie

Von: Holger Richter
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Chef Sascha Kosciankowsky (3. von links) kann die Arbeitsstunden nicht mehr zählen, die sein Team Sascha Franzen, Sascha Faßbender und Thorsten Schiller (von links) schon am Kultauto „K.I.T.T.” aus der Fernsehserie „Knight Rider” geschraubt und gewerkelt haben. Bis zur Eröffenung der Euregio-Wirtschaftsschau am 26. Februar soll der Pontiac wieder im alten Glanz erstahlen. Foto: Ralf Roeger

Würselen/Aachen. Die Werkstatt ist nicht gerade groß. Der schwarze Pontiac passt gerade so in die Halle an der Aachener Straße in Würselen hinein, dass die vier jungen Bastler daneben noch genug Platz haben, um ihn mit ihren Schraubenschlüsseln und anderen Gerätschaften bearbeiten zu können.

Kaum vorzustellen, dass dieses zerlegte Auto ohne Türen und Motorhaube, dafür mit einem Armaturenbrett, aus dem leere Löcher gähnen, wo eigentlich die Instrumente blinken und piepsen sollten, ein internationaler Fernsehstar ist.

Denn das Team von Sascha Kosciankowsky arbeitet derzeit an keinem geringeren Auto, als an „K.I.T.T.”, dem Auto aus der amerikanischen Kultserie „Knight Rider”. Und spätestens als Kosciankowsky seinem Mitarbeiter Sascha Franzen bittet „Mach doch mal das Licht an!” und daraufhin oberhalb des Kühlergrills ein rotes Lichtlein von links nach rechts und wieder zurück wandert, wird deutlich, dass es wahrhaftig der „K.I.T.T.” ist, mit dem David Hasselhoff als Michael Knight in den 1980er Jahren auf Gangsterjagd gegangen ist.

Oder genauer: „Es ist eines von wahrscheinlich vier Autos aus der ersten Staffel der Serie”, präzisiert Sascha Kosciankowsky, denn für Fernsehserien würden in der Regel mehrere Wagen hergestellt. Und der 30-Jährige muss es wissen, denn „K.I.T.T.” ist nicht der erste Fernsehstar, der in der Halle der Würselener Werkstatt von „Sky Automobile” steht. Der Manta aus dem Kinofilm „Manta Manta” mit Til Schweiger war auch schon da, ebenso wie der Ford Thunderbird aus der RTL-Serie „Balko”. Und den Trabi aus dem Film „Go Trabi Go” haben Kosciankowsky und sein Team auch schon aufgearbeitet.

„Wir stehen halt auf sowas”, begründet der Inhaber die Ausrichtung seines kleinen Unternehmens auf „Exoten und Oldtimer”. Die Fernsehautos kauft er meist von Sammlern oder direkt von den Filmstudios oder Produktionsfirmen, arbeitet sie auf und benutzt sie eine Zeitlang als Werbeträger, um sie später wieder an Sammler zu verkaufen. Mit „K.I.T.T.” läuft das ganz genauso. Seit Anfang des Jahres arbeiten Sascha Kosciankowsky und seine dreiköpfige Mannschaft bestehend aus Sascha Faßbender, Thorsten Schiller und Sascha Franzen an dem Auto, um ihn auf der Euregio-Wirtschaftsschau, die am 26. Februar auf dem Bendplatz in Aachen beginnt (Zusatzbox), zu präsentieren.

Kosciankowsky hat „K.I.T.T.” von einem Sammler in Bayern gekauft, der ihn wiederum vom Automobilmuseum Stockerau in Österreich ersteigert hat, wo der Wagen von 1987 bis 2005 ausgestellt war.

„Desolater Zustand

In Würselen kam der Wagen schließlich in „einem vollkommen desolaten Zustand” an, erzählt der gebürtige Würselener, der in Aachen lebt. „Das ist bei Filmautos normal”, berichtet er, Schauspieler und Produzenten gingen nie allzu pfleglich mit ihren Autos um. „Es muss halt nur auf dem Bildschirm gut aussehen.” Da reiche es oft, den Wagen nur oberflächlich zu flicken, anstatt ihn ordentlich zu reparieren. „Häufig bestehen die Armaturen auch nur aus Aufklebern.”

Also hat sein Team den Wagen vollständig zerlegt. Anschließend wurden die Einzelteile lackiert. Derzeit wird der Wagen wieder zusammengesetzt. Auf die Elektronik fürs Armaturenbrett, die aus Kanada eingeflogen wird, wartet Elektronikspezialist Thorsten Schiller noch. Aber sprechen kann „K.I.T.T.” schon wieder, wie damals in der Serie, die RTL ab 1985 in Deutschland ausstrahlte. „Die Sprache wird von einer CD abgespielt und über Lautsprecher am Boden des Autos wiedergegeben”, erklärt Sascha Kosciankowsky den Trick.

Baupläne für den Pontiac gebe es zwar, „aber die brauchen wir nicht”, sagt der gelernte Autokaufmann. „Wir lernen beim Auseinandernehmen, wie der Wagen wieder zusammengesetzt werden muss.” Und wenn mal etwas nicht auf Anhieb klappt, „dann schauen wir uns die Serie nochmal auf DVD an und stoppen an der Stelle, an der das Bauteil genau zu sehen ist”, erzählt Kosciankowsky lachend.

Da solle noch einer sagen, dass Serien wie „Knight Rider” nicht lehrreich seien.
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