„Diamant” oder „Wellen”: Festspielhaus für Bonn

Von: Edgar Bauer, dpa
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Entwürfe Festspielhaus in Bonn
Die Kombo zeigt die Architektenentwürfe für das neue Festspielhaus in Bonn. Quelle: dpa

Bonn. Es soll ein spektakulärer Bau und ein Schmuckstück am Rhein werden: Das neue Beethoven-Festspielhaus in Bonn. In einem internationalen Wettbewerb mit Star-Architekten ist nun eine Vorentscheidung gefallen.

Nur noch zwei markante Entwürfe sind im Rennen: Der „Diamant” von Zaha Hadid (London) und die „Wellen” von Hermann & Valentiny (Luxemburg). Dies entschied ein Expertengremium für Akustik und Architektur, wie die Stadt Bonn und die Deutsche Post am Mittwoch mitteilten.

Beide sehen für ihren Neubau direkt am Rheinufer den kompletten Abriss der vor 50 Jahren errichteten Beethovenhalle vor. Das Festspielhaus auf dem Gelände der alten Halle soll zu einem national wie international renommierten Konzerthaus in der Geburtsstadt Beethovens und zu einem Markenzeichen Bonns werden.

Für die im Herbst aus dem Amt scheidende Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) handelt es sich um ein „Jahrhundertprojekt”, das Bonn auch weltweit als Beethovenstadt ins Licht rücken soll. Ludwig van Beethoven wurde 1770 in Bonn geboren und siedelte später nach Wien um, wo er 1827 starb. Bonn erinnert jedes Jahr mit einem großen Beethovenfest an den Komponisten.

Finanziert werden soll der Neubau von den Bonner Großunternehmen Deutsche Post, Postbank und Telekom. Sie haben dafür bisher rund 75 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Beide Entwürfe sollen in einem Kostenrahmen von unter 100 Millionen Euro realisiert werden können.

Eine abschließende Entscheidung wird gegen Jahresende erwartet. Schirmherr des Projekts ist der Dirigent Kurt Masur. An der Finanzierung des laufenden Betriebs wird sich der Bund über eine Stiftung mit 39 Millionen Euro beteiligen. Auch das Land Nordrhein- Westfalen wird einen Beitrag leisten.

International renommierte Architekten hatten ihre Entwürfe noch einmal im Post Tower (Post-Zentrale) vorgestellt. Ausgeschieden sind jetzt auch Arata Isozaki (Tokio) mit seinem Kristallformen-Bau und der New Yorker Star-Architekt Richard Meier mit einem Ensemble aus kubischen Formen. Zunächst waren elf Architekturbüros angetreten. Gefordert waren Architektur auf Weltniveau und „First-Class-Akustik”.

Der „Diamant” von Zaha Hadid, einer britischen Architektin irakischer Herkunft, soll über eine Außenhaut mit Öffnungen in der Nacht funkeln. Ausschlaggebend für die Auswahl sei zum einen die spektakuläre Architektur, die mit einem geringen Volumen erreicht werden könne und somit ein gutes energetisches Konzept ermögliche, urteilten die Experten. Die Öffnungen der Hülle versprächen ein interessantes Spiel aus Licht und Schatten im Inneren.

Die „Wellen” von Hermann & Valentiny wirken wie eine Skulptur mit fließenden und schwungvollen Dachkonturen. Die Experten des Auswahl- Gremiums lobten die lockere Auffächerung des Baukörpers und das lichtdurchflutete Innere mit Panoramasicht zum Rhein. Der große Konzertsaal sei einzigartig - beide Entwürfe sehen jeweils zwei Konzertsäle vor - und verspreche klangliche Perfektion.
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