DFB-Integrationspreis: Rhenania Rothe Erde landet auf Platz 3

Von: Robert Flader
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Aachen/Berlin. Mit viel Vorfreude im Gepäck hatte sich am Freitagmorgen eine kleine Delegation des Aachener Fußballvereins Rhenania Rothe Erde auf den Weg in die Bundeshauptstadt gemacht.

Der Verein war einer von vier Nominierten im Wettbewerb um den Inte­grationspreis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Die Aachener holten den dritten Platz. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.

„Ob wir jetzt Erster oder Dritter werden, ist nicht so wichtig”, sagte Rhenania-Vorsitzender Klaus-Dieter Jacoby vor der Zeremonie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schirmherr Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Theo Zwanziger. Den dritten Platz fand er im ersten Moment „okay”, ergänzte aber sofort: „Wir freuen uns natürlich. Überhaupt hier zu sein, ist schon sensationell.”

Der größte Sportfachverband der Welt und sein Hauptsponsor ehren mit dem Integrationspreis Vereine, die sich um die Integration von jungen Sportlern - vor allem Mädchen - mit Migrationshintergrund stark machen. Ein Preis, der offensichtlich sehr begehrt ist: Mehr als 300 Fußballvereine aus ganz Deutschland reichten in der Frankfurter DFB-Zentrale im vergangenen Jahr ihre Bewerbungsunterlagen ein.

Rothe Erde bewarb sich mit seinem Projekt „Hand in Hand für Kinder”, bei dem junge Menschen aus eben jenem Stadtteil ohne den Zwang einer Vereinszugehörigkeit und ohne Verpflichtung einer Beitragszahlung an das Fußballspielen herangeführt werden und dadurch soziale Kontakte aufbauen. Jacoby: „In Rothe Erde leben so viele verschiedene Nationalitäten Tür an Tür, wir geben rund 20 davon die Möglichkeit, auf einem eigenen Platz zusammen zu trainieren und Spaß zu haben.”

Spaß am Spiel und am Zusammensein sei die einzige Bedingung. Es klingt so schön einfach - und doch: „Es ist nicht so leicht, Kinder bei uns für den Fußball zu begeistern. Wir haben nur einen Aschenplatz und können mit der Konkurrenz aus anderen Stadtteilen nicht mithalten”, sagt der Vereinsvorsitzende.

Der Klub, der vor rund drei Jahren noch vor dem finanziellen Kollaps stand und sportlich in der Aachener Kreisliga C beheimatet ist, schlug deshalb einen anderen Weg ein, bei dem auch die Eltern der Kinder vom Zusammenleben profitieren sollen.

Beim DFB landete eine Bewerbung, die ein Gesamtpaket beschreibt, bei dem Fitnessprojekte und Kochkurse für Mütter eine ebenso große Rolle spielen wie die Jungkicker auf dem Platz am Zehnthofweg. Der ganze Verein soll für Integration stehen, lautet die Botschaft. Diesen Weg fand nun auch der DFB gut und empfehlenswert.

Jacoby ist stolz auf seinen Verein und das Projekt. Der dritte Platz sei ein „riesiger Erfolg”. DFB-Sprecher Thomas Hackbarth sagt: „Dritter zu werden ist eine herausragende Leistung. Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich bei dieser Auszeichnung nicht um ein Preisausschreiben handelt.”

Ob sich Rhenania auch 2012 für den Integrationspreis bewerben wird, lässt Jacoby vorerst offen: „Das ist im Augenblick nicht so wichtig. Wichtig ist, dass es mit diesem und anderen Projekten weitergeht.”
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