Münster - Der Fischotter ist zurück in NRW

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Der Fischotter ist zurück in NRW

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Der Fischotter ist zurück in NRW
Ein Fischotter an einem Bachufer in der Nähe von Münster. Vor mehr als 50 Jahren ist der Fischotter in Nordrhein-Westfalen ausgestorben, jetzt kommen die ersten Tiere zurück. Die kleinen Räuber wurden an Bachläufen im westlichen Münsterland gesichtet. Das Beobachten der geschützten Marder ist ein gemeinsames Projekt der Station in Dorsten mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Foto: dpa

Münster. Vor mehr als 50 Jahren ist der Fischotter in Nordrhein-Westfalen ausgestorben, jetzt kommen die ersten Tiere zurück. Die kleinen Räuber wurden an Bachläufen im westlichen Münsterland gesichtet. „Wir gehen davon aus, dass wir momentan unter zehn Tiere im Münsterland haben”, sagte der Landschaftsökologe Niels Ribbrock am Freitag in Münster.

Ribbrock arbeitet bei der Biologischen Station des Kreises Recklinghausen. Das Beobachten der geschützten Marder ist ein gemeinsames Projekt der Station in Dorsten mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Die Forscher hatten an Bachufern Fotofallen aufgestellt und damit Aufnahmen der nachtaktiven Tiere erhascht. Die Gruppe stammt aus Niedersachsen. Das ergab die Untersuchung von aufgesammeltem Kot.

Wie die Tiere in das Münsterland gekommen sind, kann sich der Wissenschaftler allerdings nicht erklären. „Das ist schon überraschend, denn das nächste Ottervorkommen ist rund 150 bis 200 Kilometer weiter weg.” Dies seien auch für die flotten Fischotter mit dem lateinischen Namen Lutra lutra große Schritte. Offensichtlich auf der Suche nach neuen Domizilen seien sie im Münsterland gelandet.

Wo genau, möchte der Wissenschaftler nicht sagen. „Die Tiere sind sehr störungsempfindlich. Sie haben eine kleine Population, die sich noch entwickeln muss.” Ein Ansturm von Naturinteressierten könne unbeabsichtigt einen erheblichen Schaden anrichten. Auch an der Lippe gibt es den Experten zufolge Hinweise auf eine Fischotterkolonie.

Noch bis in die Mitte der 1950er Jahre waren Fischotter im Münsterland zu finden. Während das kleine Tier Niedersachsen und große Teile Ostdeutschlands später noch weiter besiedelte, verschwand es in Nordrhein-Westfalen völlig von der Bildfläche.

Sein Pelz war begehrt, außerdem sahen Fischer den kleinen Jäger als Konkurrenz an: „Das Tier wurde im 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts europaweit stark verfolgt und regelrecht ausgerottet”, erläuterte Ribbrock. Zusätzlich hätten sich die Lebensräume Mitte des vergangenen Jahrhunderts deutlich verschlechtert. „Die Wasserqualität ist schlechter geworden, viele Gewässer sind ausgebaut worden.”

Fischotter werden einschließlich Schwanz etwa 130 Zentimeter lang. Dieser Marder sei nicht nur ein flinker und kluger Jäger, sondern auch ein sehr soziales Tier. „Es fühlt sich an, als ob er menschenähnlich ist”, beschreibt es Ribbrock. „Das Muttertier kümmert sich sehr intensiv um seinen Nachwuchs. Jungtiere bleiben etwa ein Jahr bei der Mutter und lernen von ihr das Jagen.”
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