Radarfallen Blitzen Freisteller

Der Beruf: andere Menschen begeistern

Von: Sarah Sillius
Letzte Aktualisierung:
Jung, motiviert und kreativ: G
Jung, motiviert und kreativ: Georg-Michael Schwarz und Jana-Sofie Strobel diskutieren im Workshop in den Aachener Carolus-Thermen. Die Aufgabe: Menschen im Sommer in die Sauna locken. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn Georg-Michael Schwarz von einer Sache begeistert ist, behält er das nicht gerne für sich. Dann will er es in die Welt hinaustragen. „Ich muss andere Menschen davon überzeugen”, sagt er. Georg-Michael Schwarz (28) aus Stuttgart hat dazu in Aachen die Gelegenheit.

Er ist einer von 200 jungen Marketing-Profis aus ganz Deutschland, die für drei Tage zur Nationalen Junioren-Tagung (NJT) des Marketing Clubs Aachen angereist sind, um verschiedene Unternehmen aus der Region zu beraten.

Schwarz hat sich für den Workshop in den Aachener Carolus-Thermen entschieden. Nicht unbedingt naheliegend, schließlich arbeitet er in Stuttgart für eine IT-Firma. Jetzt also Wellness. Die Aufgabenstellung ist konkret, aber schwierig: Überzeugen Sie Menschen davon, im Sommer in die Sauna zu gehen!

Hinter dem Produkt stehen

Schwarz geht gerne in die Sauna. „Wenn nicht, wäre das eine emotional schlechte Voraussetzung”, sagt er. „Man muss immer hinter dem Produkt stehen, das man vermarktet. Egal, ob im IT- oder Wellness-Bereich.” In der Runde bringt er sich eifrig und wenn nötig, mit lauter Stimme, ein. Unter 14 jungen top-motivierten Menschen muss er sich schließlich mit seinen Ideen durchsetzen.

„Power braucht man in dem Job”, weiß auch Jana-Sofie Strobel (33). Sie diskutiert mit Schwarz im kleinen Team über Zielgruppen. Sollte man junge Mütter ansprechen oder besser gestresste Karriere-Menschen? Besuchen die Menschen aus gesundheitlichen Gründen die Sauna, oder eher, um abzuschalten? Strobel selbst gehört der Gruppe an, die beim Schwitzen entspannen will - und das eigentlich lieber im Winter. Trotzdem hat sie sich die Sommer-Wellness-Idee schnell zu eigen gemacht und beginnt, sie zu vermarkten: „Erst im Sommer kann man die Anlage komplett nutzen, erst dann sind die Thermen doch das, was sie sind!” Das Reden in Superlativen gehört wohl in der Branche dazu. Schwarz zum Beispiel betont immer wieder „die wunderschönen Außenanlagen”. In diesen Momenten des Schwärmens wird seine Stimme noch ein wenig lauter. Mit Schönreden habe Marketing aber nichts zu tun, betont Strobel. Das klingt für sie zu negativ. „Es geht eher darum, das Positive hervorzuheben”, sagt sie.

Strobel ist vor kurzem von Hamburg nach Antwerpen gezogen und arbeitet dort im Logistik-Bereich. Sie betreibt „B-to-b”, genauer gesagt: „Business-to-business”. Für Marketing-Anfänger: Strobel erarbeitet ausschließlich Konzepte für Geschäftskunden. Beim Workshop in Aachen kann sie direkt für den Endkunden, also den Menschen vor Ort, Ideen entwickeln. Und hier kann sie, unabhängig vom Berufsalltag, ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Hin und wieder muss Workshop-Moderatorin Jutta Bacher die jungen Kreativen bremsen. Immer dann, wenn sie über das Ziel hinausschießen. „Man könnte hier so eine gehobenen Lounge-Atmosphäre mit Strand einrichten”, beginnt Schwarz zu träumen, und Strobel lässt sich anstecken: „Ja, und dazu gibt´s Musik von Café del Mar.” Auch wenn die Nachwuchskräfte an diesem Tag frei denken sollen, müssen sie sich an die vorgebene Struktur des Workshops halten. „Hier geht es um systematisches Arbeiten”, sagt Bacher. Erst wenn die Zielgruppen definiert sind, werden konkrete Maßnahmen erarbeitet. Strobel wünscht sich, dass die Ideen ihres Teams nach der heutigen Endpräsentation verwirklicht werden.

Aber nicht nur deswegen nimmt sie an der Tagung in Aachen teil. „Dieses Miteinander mit anderen jungen Kollegen ist unglaublich inspirierend, auch für die eigene Arbeit”, sagt sie.

Und Schwarz? Der hat an diesen drei Tagen in Aachen das tun können, was er am besten und liebsten tut: andere mit seiner Begeisterung anstecken.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert