Aachen - Das magische Dreieck der Alemannia

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Das magische Dreieck der Alemannia

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
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Bundesliga? Nationalmannschaft? „Wäre schön”, finden Lena, Sarah und Anne Schüller (von links), U15-Spielerinnen der Alemannia. Foto: A. Steindl

Aachen. Hätte Harald Schüller eine Vorahnung gehabt, dann hätte er im Herbst 1994 vielleicht Lotto gespielt. Auch wenn die Gewinnchance dabei nur bei etwa 1:140000000 liegt. Experten haben Schüller nämlich bestätigt, dass die Chance auf eineiige Drillinge ohne medizinische Manipulation bei 1:200000000 liegt.

Und jetzt? Jetzt ist Harald Schüller seit genau 15 Jahren Vater von Lena, Sarah und Anne. Geboren am 11. Juni 1995, heute vor 15 Jahren. Um 11.01 Uhr, 11.02 Uhr und 11.03 Uhr. Drei tolle Mädchen, die Harald und Susi Schüller schon per se viel Freude machen, und darüberhinaus auch als talentierte Fußballerinnen. In der U15 spielen sie bei Alemannia Aachen, sind Meister in der Mittelrheinliga geworden und haben jetzt auch noch den FVM-Pokal gewonnen. Das Double im ersten Jahr des Bestehens der Damenmuseums.

„Traut euch ruhig”

Eine außergewöhnliche Fußballgeschichte, deren letztes Kapitel noch lange nicht geschrieben ist. Eine Geschichte, die zu allerlei Gedankenspielen Anlass geben könnte, denn jede der drei gleicht der anderen so frappierend, dass Erich Kästner gewiss eine amüsante Romanvorlage für eine Familiengroteske dazu eingefallen wäre, würde er noch leben.

Die drei Mädels erzählen ganz bescheiden, aber durchaus selbstbewusst, von ihren sportlichen Zielen. Zum Glück haben sie verschiedenfarbige Sportschuhe an, so kann man sie unterscheiden: Lena die roten, Sarah die grauen, Anne die schwarzen. Früher haben die Drillinge andere Sportarten betrieben, Turmspringen und Leichtathletik, aber das ist vorbei. Seit vier Jahren sind Lena, Sarah und Anna fußballverrückt. Rückstände gegenüber den Mitspielerinnen, die in noch jüngeren Jahren mit dem Fußball angefangen haben, wurden mit speziellen Trainingseinheiten wettgemacht.

„Traut euch ruhig”, werden die Drei von ihren beiden Trainern ermutigt, als die Frage nach den Zielen kommt: „Bundesliga und Nationalmannschaft” - da lächeln sie dann doch kurz leicht verlegen. Aber Franz-Josef Thelen und Stephan Grießer, ihre Trainer, sagen klar: „Natürlich kann niemand voraussehen, was im Fußball passiert - aber das Talent ist da.” Lena hat bereits die Berufung in die Mittelrheinauswahl. Kreisauswahl spielen alle.

Schnelligkeit, Torgefahr und das mannschaftliche Zusammenspiel reizen die bald 15-Jährigen, die sich alle als weibliche Mittelfeldstrategen sehen. Ob rechts, links, Mitte: Egal. Hauptsache, sie können das Spiel denken und lenken. Da haben auch die Trainer hin und wieder Probleme, die Drei auseinanderzuhalten. „Passiert selbst mir schon mal”, gibt auch der Vater zu. In der Schule gehen die Schwestern bewusst in unterschiedliche Klassen, beim Fußball nicht.

Idole? Haben sie. Marko Marin, Arjen Robben und Mesut Özil, wie es sich für torgefährliche Mittelfeldspielerinnen gehört.

Die Mädels haben viel vor, und bei der Alemannia fühlen sie sich aufgehoben. Denn auch die Damenfußball-Abteilung hat noch viel vor. Die Chancen, dass man von den Dreien irgendwann aus der Bundesliga hört, sind gut. Eindeutig höher jedenfalls als 1:200000000.

Das ist die Damenfußball-Abteilung Alemannias

Die Damenfußball-Abteilung bei Alemannia Aachen startete vor einem Jahr, damals in Kooperation mit Teutonia Weiden, die auch heute noch viele Spielerinnen stellt.

Die Abteilung umfasst etwa 100 Spielerinnen. Zurzeit sind fünf Teams im Spielbetrieb gemeldet. Die 1. Mannschaft spielt in der Regionalliga, die 2. in der Verbandsliga; die U17-Juniorinnen haben sich in der Herbstrunde für die Regionalliga qualifiziert; die U15 hat die Titel in der Mittelrheinliga geholt. Auch die U15 II hat die Meisterschaft in der Bezirksliga geschafft.

„Die Perspektiven sind hervorragend”, sagt Trainer Stephan Grießer. Und betont: „Talente sind aber herzlich willkommen.”



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