Das Licht geht nicht mehr aus

Von: Joelle-Denise Lux
Letzte Aktualisierung:
Licht bei Nacht ist ja okay -
Licht bei Nacht ist ja okay - aber an 53 Bahnhöfen in NRW gehen jetzt die neuen Lampen nicht mehr aus. Foto: imago/Volker Preußer

Aachen. An 53 kleineren Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen brennt das Licht. Nicht nur ab der Dämmerung, bei Nacht oder bei schlechtem Wetter, sondern 24 Stunden am Tag. Jeden Tag.

37,6 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn aus den Konjunkturpaketen I und II erhalten, die bis zum 31. Dezember ausgegeben sein müssen, ansonsten fließt das Geld zurück an den Bund. Da hat die Bahn einfach mal neue Lampen für 120 nordrhein-westfälische Bahnhöfe gekauft, die jetzt nicht mehr ausgehen. Offiziell heißt es, die Lampen seien „aus energetischen Gründen” angeschafft worden.

Wie es bei der Bahn nun mal so ist, klappt nicht alles so reibungslos wie geplant. Während die Lampen alle pünktlich geliefert und eingebaut wurden, fehlt für 53 Bahnhöfe das technische Element, das sie mit den Sicherheitszentralen an den Hauptbahnhöfen verbindet. Deshalb kann von der Zentrale aus nicht mehr kontrolliert werden, ob die mit Helligkeitssensoren ausgestatteten Lampen tatsächlich angehen. Im schlimmsten Fall „wird alles duster”, sagt Bahnsprecher Udo Kampschulte. Und die Bahn könne „schließlich nicht bei jeder dunklen Wolke jemanden losschicken, der die Lampen auf den Bahnsteigen kontrolliert”. Betroffen sind unter anderem mehrere Bahnhöfe in Köln, in Mönchengladbach, Rheydt, Jüchen, Bedburg.

Die Fahrgastsicherheit, sagt Kampschulte, habe oberste Priorität. Daher müsse die Beleuchtung durchgängig angeschaltet bleiben, bis das fehlende Bauteil geliefert wird. Das sei „zwar unerfreulich, aber es sind schließlich neue Energiesparlampen”. Nach Angaben des Bahnsprechers komme es dadurch zu Mehrkosten von 16 Euro pro Bahnhof und Tag, also 848 Euro, jeden Tag.

Auch bundesweit hat die Deutsche Bahn die Beleuchtung modernisiert, das Lieferproblem sei aber hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen aufgetreten, sagt Kampschulte. Wann die benötigte Steuerungstechnik geliefert wird, lasse sich nicht sagen, da der Hersteller nur begrenzte Liefer- und Fachkapazitäten habe.

Das Programm läuft aus

Die Möglichkeit, auf alle Bauteile zu warten, bevor die Lampen überhaupt eingebaut werden, gab es nach Ansicht der Deutschen Bahn nicht. Da das Konjunkturprogramm Ende des Jahres ausläuft, mussten die Arbeiten noch 2011 fertig gestellt sein. „Wir mussten 120 Stationen versorgen, da können wir nicht erst im Winter anfangen”, sagt Kampschulte.

Klingt so, als würden die Lampen noch eine Weile brennen.
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