Countdown für die „närrischen Tage”: Rheinland im Karnevalsfieber

Von: dpa
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An den närrischen Tagen im Rheinland sollten auch Autofahrer ganz besonders vorsichtig fahren - manch alkoholisierter Jeck gerät schonmal auf dem Trottoir ins Schwanken. Foto: ddp

Köln/Düsseldorf. Mit der Weiberfastnacht beginnt an diesem Donnerstag der Höhepunkt der Karnevals-Saison. In vielen nordrhein-westfälischen Städten stürmen die Frauen die Rathäuser und übernehmen symbolisch das Regiment.

Vor allem in den rheinischen Hochburgen Köln und Düsseldorf werden zur Eröffnung des Straßenkarnevals Zehntausende Narren erwartet. Männer sollten an diesem Tag nur alte Krawatten tragen ­ denn die werden von den „Weibern” gnadenlos gekürzt.

Bereits um 10 Uhr beginnt auf dem Kölner Heumarkt eine öffentliche Karnevalssitzung mit Tausenden Zuschauern. Um 11.11 Uhr übergibt Oberbürgermeister Fritz Schramma dem Dreigestirn - Prinz, Bauer und Jungfrau - für die kommenden Tage den Schlüssel zur Stadt.

Bis in die Nacht hinein feiern die Kölner Jecken anschließend unter dem Motto „Unser Fastelovend ­ himmlisch jeck” auf den Straßen und in den Kneipen der Domstadt.

Die Düsseldorfer Narren feiern 2009 unter dem Motto: „Do bes de platt”. An die 10.000 Narren werden an Altweiberfastnacht erwartet. Um 11.11 Uhr soll das Rathaus erstürmt werden, das erstmals von Dirk Elbers als Oberbürgermeister gegen die übermächtigen Möhnen verteidigt wird.

Sobald die verkleideten Weiber die Machtzentrale der Stadt übernommen haben, soll es den Männern an den Kragen gehen - mit blitzenden Scheren werden die Krawatten gekappt.

Zum Auftakt des Straßenkarnevals spielen Düsseldorfer Karnevalsbands bis zum Nachmittag für die Jecken vor dem Rathaus auf, anschließend strömt das jecke Volk in die vielen nahe gelegenen Kneipen.

„Die Altstadt ist dann proppenvoll mit Menschen”, sagte ein Sprecher der Stadt. Dabei kommen viele Arbeitgeber den Karnevalsfans entgegen: In Düsseldorf und Köln schließen viele Läden am späten Vormittag, zahlreiche Firmen arbeiten nur mit Notbesetzung.

In Bonn-Beuel wird das Rathaus von den „Waschweibern” gestürmt. Angeführt werden die „Wiever” in diesem Jahr von Prinzessin Christine I.

Bonn gilt als Wiege der rheinischen Weiberfastnacht: Bereits 1824 entstand bei den Wäscherinnen in Beuel der Brauch, einmal im Jahr die Männer „in die Mangel” zu nehmen.

Während sich die Frauen damals noch gegen unzumutbare körperliche Belastungen und das Patriarchat auflehnten, wird heute in spaßiger Form gefeiert.

In Aachen und der Eifel feiert man am Donnerstag nicht die „Weiberfastnacht”, sondern den „Fettdonnerstag”: Früher wurde am letzten Donnerstag vor Beginn der Fastenzeit geschlachtet und das dabei gewonnene Fett für Gebäck und besonders fetthaltige Speisen verwendet.

Auf Schnaps müssen die Aachener Narren in diesem Jahr allerdings verzichten: Nach guten Erfahrungen im vergangenen Jahr sind bei der zentralen Karnevalsfeier auf dem Markt harte Alkoholika verboten.

„Wir werden wieder an eingerichteten Schleusen die Marktbesucher auf mitgebrachten Alkohol in Flaschen kontrollieren”, kündigte Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden an.

Die Weiberfastnacht ist der Auftakt für sechs närrische Tage - der Karneval gilt vielen Menschen an Rhein und Ruhr als „fünfte Jahreszeit”.

Bis zum Veilchendienstag wird gefeiert, getanzt und getrunken, ehe am Aschermittwoch die Fastenzeit anbricht. Höhepunkt der Karnevals-Saison werden auch in diesem Jahr die Rosenmontagszüge sein, die am 23. Februar durch viele Städte des Landes rollen.

Allein in Köln werden über eine Million Zuschauer erwartet. Für Aufregung sorgte dort bereits ein Prunkwagen, der eine Pappfigur von Angela Merkel zeigt.

Ursprünglich sollte die Merkel-Figur oben ohne mitfahren, nun wird der Kanzlerin bis Montag noch ein Bikini aufgemalt.

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