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Coffeeshops klagen gegen den „Wietpas”

Von: isa/udo
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Coffeeshop
Coffeeshops aus der Region Limburg klagen gegen den so genannten „Wietpas”. Mit dem Wietpas dürfen nur noch niederländische Staatsbürger in Coffeeshops ihr Gras und Hasch kaufen - keine Deutschen, Belgier oder Franzosen mehr. Foto: dpa

Maastricht. Coffeeshops aus der Region Limburg klagen gegen den sogenannten „Wietpas”, der zum 1. Mai eingeführt werden soll. Mit diesem Marihuana-Pass dürfen nur noch niederländische Staatsbürger in Coffeeshops Marihuana und Hasch kaufen - jedoch keine Deutschen, Belgier oder Franzosen mehr. Vier Anwälte sollen die Coffeeshops nun vor Gericht vertreten.

Die Betreiber der Haschkneipen berufen sich unter anderem auf die europäische Menschenrechtskonvention. Der Wietpas sei ein Eingriff in die Privatsphäre eines Einzelnen, argumentieren sie.

Dass nur noch niederländische Staatsbürger Hanf erwerben können, empfinden sie als Diskriminierung. Sollte der Ausweis wie geplant ab Mai in Limburg gültig sein, seien Massenentlassungen die Folge, meinen die Shop-Betreiber. Die Verhandlung soll Mitte April stattfinden. Nach der Testphase soll der Ausweis zum 1. Januar 2013 im ganzen Königreich eingeführt werden.

Die beiden Den Haager Regierungsparteien VVD und CDA hatten bei Amtsantritt 2010 festgelegt, den freien Verkauf von weichen Drogen in den Niederlanden stärker einzuschränken. Nach ihren Plänen sollen alle Coffeeshops Privatklubs werden. Einen Klubausweis erhalten demnach nur volljährige Personen mit Wohnsitz in den Niederlanden. Dies soll den Drogentourismus eindämmen.

Nach niederländischen Medienberichten reisten bislang jedes Jahr 2,2 Millionen Ausländer ausschließlich zum Marihuanakonsum und -kauf in die Stadt an der Maas. Seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres jedoch habe die Vereinigung der Offiziellen Coffeeshops Maastricht (VOCM) allen Personen, die nicht in den Niederlanden wohnen, den Zutritt zu den Coffeeshops der Gemeinde verwehrt.

Eine Ausnahme sei nur für Deutsche und Belgier gemacht worden. Innerhalb eines Monats seien die Kundenzahlen der Coffeeshops um 16 Prozent zurückgegangen. Auf ein ganzes Jahr umgerechnet, sei dadurch ein Einkommensrückgang für die ganze Stadt Maastricht von 30 Millionen Euro zu erwarten, rechnet der Verband vor.

Zudem heißt es: Der Einzel- und Großhandel hätte laut der VOCM-Untersuchung rund 17 Millionen Euro weniger Umsatz im Jahr, Cafés und Restaurants müssten mit acht Millionen weniger Umsatz rechnen.
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