Radarfallen Blitzen Freisteller

Christmette im Dom: Bischof ruft zum Brückenbauen auf

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
mussinghoff
Bischof Heinrich Mussinghoff hat Freitagabend die feierliche Christmette im Aachener Dom zelebriert. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Es war die sonst jedes Jahr so ersehnte weiße Weihnacht, die diesmal am Heiligen Abend weniger Besucher im Aachener Dom zur Christmette zusammenführte. Das Schneechaos auf den Straßen und der eingeschränkte Nahverkehr machten die Anfahrt besonders für entfernter Wohnende beschwerlich.

So erlebten etwa 800 Gläubige, darunter auffallend viele junge Menschen sowie der Archimandrit der russisch-orthodoxen Gemeinde Iosif Pustoutov, die Feier der Heiligen Nacht mit Bischof Heinrich Mussinghoff, konzelebriert von Geistlichen des Domkapitels.

In seiner Predigt nahm Mussinghoff die Zuhörer mit auf eine Pilgerreise von Jerusalem nach Bethlehem, wie er sie selbst im Oktober mit einer Pilgergruppe erlebt hatte. Auf dem Weg durchquerten sie auch den Checkpoint und sahen die hohe Mauer, die die israelische und palästinensische Bevölkerung trennt. „Auseinander gemauert sehen sie nicht mehr die Leiden des jeweils Anderen. Wir brauchen Frieden, wir brauchen Brücken zu einander und nicht Mauern, die uns trennen”, forderte der Bischof.

Dank für Abschiebestopp

Angekommen in der Geburtsbasilika erinnerte die Grotte dort an die Herbergssuche von Maria und Josef in der Nacht der Geburt Christi und zeigte, dass kein Platz war für Jesus auf dieser Erde: abgewiesen und abgeschoben, ausgewiesen, verraten und verkauft. Die Pilger spürten darin Jesu Solidarität mit Fremden, Flüchtlingen und Migranten, mit Sinti und Roma. Bischof Mussinghoff dankte der nordrhein-westfälischen Landesregierung ausdrücklich, dass sie die Abschiebung von Roma ins Kosovo und nach Serbien wegen des harten Winters bis 31. März 2011 ausgesetzt hat. Er erinnerte auch an die Aufforderung von Bischof Franz Kamphaus: Mach es wie Gott. Werde Mensch. "Dieser Auftrag erfordert, alles zu unterlassen, was das Leben schwer macht: Die Missbrauchsskandale in unserer Kirche, die uns schwer auf der Seele liegen, und für die wir uns bei den Opfern, den Familien und Gemeinden entschuldigen", hieß es wörtlich. Hierhin gehörten aber auch die Probleme wachsender Armut, Hartz IV, Langzeitarbeitslose, fehlende Verantwortung in der Banken- und Finanzkrise und vieles andere mehr.
Musikalisch festlich wurde die Christmette vom Aachener Domchor, KMD Domorganist Norbert Richtsteig und den Aachener Dombläsern gestaltet. Zu emotionalen Höhepunkten wurden dabei das traditionelle Martyrologium, vorgetragen von Markus Krings, das vom Knabenchor gesungene Aachener Weihnachtslied aus dem 11. Jahrhundert "Syt willekomen, heire Kirst" sowie dem zum Abschluss a cappella vom Domchor gesungenen Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht", bei dem den lauschenden Gläubigen Hoffen und Bangen in die Gesichter geschrieben waren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert