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Champagner-Dusche für das neue Schiff

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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Die Geschäftsführerin der Rurseeschifffahrt, Waltraud Heuken, und Rurseekapitän Herbert Harth erhielten aus der Hand von Schiffsbauer Günter Müller eine neue Schiffsglocke für die „Seensucht“. Foto: P. Stollenwerk
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Ab Ostern wird die „Seensucht“ fahrplanmäßig zwischen Einruhr, Rurberg und der Urfttalsperre verkehren. Foto: Stollenwerk

Einruhr. Gut gerechnet und genau gemessen hatten die Mitarbeiter der Rurseeschifffahrt, damit die 1,5-Liter Magnumflasche Sekt auch am vorbestimmten Punkt des Bugs zerschellte. Es klappte alles wie gedacht. Die Flasche platzte und ließ das Oberseewasser kurz aufschäumen. Geschäftsführerin Waltraud Heuken hatte alles richtig gemacht und war erleichtert.

Nach dieser gelungenen Schiffstaufe kann der „Seensucht“ jetzt eigentlich nichts Ernsthaftes mehr widerfahren. Am Freitag wurde das neue Aushängeschild der Schifffahrt an der Anlegestelle Einruhr „vom Stapel gelassen“. Der im vorigen Jahr angeschaffte und während der Wintermonate vor Ort zusammengebaute Katamaran dürfte die neue Attraktion auf der Nationalparkroute zwischen Einruhr, Rurberg und Urfttalsperre werden. Diese beliebte Strecke über den „Amazonas der Eifel“ legte die „Seensucht“ am Nachmittag auch auf ihrer Jungfernfahrt zurück.

Gemütlich über den Obersee

Zuvor allerdings hatte Pfarrer Michael Stoffels, der Leiter der GdG Simmerath, das neue Schiff noch unter den Segen Gottes gestellt.

Rund 200 geladene Gäste hatten sich zu diesem besonderem Tag eingefunden. Eine Jazz-Kapelle empfing die Gäste am Ufer, beim Betreten des Katamarans wurden Sekt und Häppchen gereicht.

Gelassen, aber auch nicht ohne Stolz, betrachtete Herbert Harth, das Urgestein der Rurseseeschifffahrt, die Zeremonie aus seinem modernen und vom eleganten Salon abgetrennten Steuerstand aus. Für ihn ist es bereits die vierte Schiffstaufe auf der Rurseenplatte. Der 69-jährige Rurseekapitän verkehrt seit 1967 auf den Eifelgewässern, und auch mit der „Seensucht“ hat er sich bereits angefreundet, selbst wenn er es eigentlich gewohnt ist, auf dem Rursee „mit mehr PS zu fahren“. Doch Tempo ist nicht die Stärke der „Seensucht“; sie verkehrt mit ihren zweimal 13 Kilowatt gemütlich und geräuscharm auf dem Obersee. Vor allem aber bietet sie den Fahrgästen durch die sanitären Anlagen einen bisher nicht gekannten Service auf dem Trinkwassersee.

„Mann muss ein bisschen mit dem Wind aufpassen“, beschreibt Herbert Harth das Verhalten des Katamarans, der rund 250 Gästen Platz bietet mit einem großzügigen Oberdeck. Die Probefahrt ist zu seiner vollen Zufriedenheit verlaufen, und er ist überzeugt davon, „dass die Gäste von dem Schiff begeistert sein werden. Das ist alles schon sehr schick.“ Auch mit der Namensgebung ist er einverstanden: „Das klingt modern und passt in die Zeit.“

Aber noch müssen sich die Fahrgäste ein wenig gedulden, denn erst ab Ostern verkehrt das Schiff nach Fahrplan. Zuvor finden noch einige bereits gebuchte Sonderfahrten statt.

Mit von der Partie bei der Schiffstaufe war auch der Erbauer des Katamarans, das Unternehmen Stahlbau Müller aus Kempenich im oberen Brohltal. Die Firma hatte das Schiff im Rohbau angeliefert. „Es ist wirklich schön geworden“, freute sich Geschäftsführer Günter Müller. Etwa ein Schiff pro Jahr produziert das Unternehmen. Die „Seensucht“ wurde ganz nach Wunsch des Auftraggebers gebaut.

St. Nikolaus hat ausgedient

Unter dem Geläut der Schiffsglocken drehte die „Seensucht“ dann weg von der Anlegestelle in Richtung Rurberg, begleitet von den Fahrgastschiffen „Eifel“ und „St. Nikolaus“. Drei Boote zugleich auf dem Obersee ist auch ein Bild mit hohem Seltenheitswert, denn die 60 Jahre alte St. Nikolaus wird zur neuen Saison ausgemustert.

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