Aachen - Campus Melaten: Startschuss für das „Königs-Cluster“

Campus Melaten: Startschuss für das „Königs-Cluster“

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:
5108759.jpg
Das größte Cluster auf dem Campus Melaten: Hier steht, in enger Anlehnung an das Werkzeugmaschinenlabor, integrative Produktionstechnik im Fokus. Entwurf: Büro Gunter Henn
5109840.jpg
Wissenschaftszukunft: von links Campus-Geschäftsführer Prof. Günther Schuh, Investor Robertino Wild, Architekt Prof. Gunter Henn, RWTH-Kanzler Manfred Nettekoven, Aachens OB Marcel Philipp und Hermann Brandstetter (Campus). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Verantwortlichen sind aus dem Schwärmen kaum herausgekommen: „Ein wunderbarer Tag für die RWTH“, frohlockt deren Kanzler Manfred Nettekoven. Am Dienstag wurde der Investor des größten und bedeutendsten Forschungsclusters des Campus Melaten präsentiert, in dem integrative Produktionstechnik im Mittelpunkt stehen wird: Capricorn Development aus Düsseldorf.

Der neue Partner siegte in einem europäischen Auswahlverfahren. In den Gebäudekomplex mit flexibel nutzbaren Einheiten sollen rund 50 Millionen Euro investiert werden. Oberbürgermeister Marcel Philipp sprach von einem „Königs-Cluster“, mit dem der Campus und Aachen „einen großen Sprung nach vorne machen wird: Hier geht die Post ab!“ Entworfen hat den Bau Architektur-Professor Gunter Henn aus München. Henn, der weitere Büros in Berlin, Peking und Schanghai führt, steht für die Realisierung von Großobjekten von Unternehmen wie BMW, Bugatti, Audi und VW, aber auch des Streetscooter-Gesellschafters Wittenstein. Und gerade entstehen im chinesischen Hainan seine 450 Meter hohen Haikou Towers.

Auch Capricorn ist eine feste Größe in der Welt der Autos. Die Muttergesellschaft ist im Sektor Automotive groß geworden. Die Produktpalette, insbesondere für den Motorsport bis zur Formel 1, umfasst High-End-Kurbelwellen und andere entscheidende Motorteile. Das Unternehmen beschäftigt rund 400 Mitarbeiter an Standorten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und den USA.

Die kleine Development-Tochter, geführt von Robertino Wild, hat ihre Anfänge im Bau von Gebäuden für Capricorn. Inzwischen ist diese Firma, die etwa 25 Mitarbeiter beschäftigt, auch für andere Unternehmen aktiv. „Maximale Qualität in Verbindung mit der optimalen und langfristig rentablen Nutzung“ ist das Credo des Entwicklers, Investors und Betreibers anspruchsvoller Gebäude.

Schönes Gegenüber fürs Klinikum

Diesem Anspruch werde das neue Vorhaben in vollem Umfang gerecht, hieß es. Die erste Gebäudeeinheit entsteht in unmittelbarer Nähe des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der Aachener Exzellenz-Universität, am südlichen Rand des Campus-Boulevards – am künftigen „Campus-Balkon mit einzigartigem Blick über das Rabental“. Prof. Günther Schuh, Geschäftsführer der Campus-Gesellschaft und Chef des WZL-Lehrstuhls für Produktionssystematik: „Das Klinikum erhält ein schönes Gegenüber auf Augenhöhe.“

Nicht ganz so mächtig wie dieses benachbarte Großkrankenhaus, aber auch ganz ordentlich groß, wird dieses neue Cluster mit seinen sechs Etagen. In der Startphase des Clusters sollen auf rund 11.000 Quadratmetern Nutzfläche für Büros und Hallen etwa 400 Mitarbeiter forschen. Dazu kommen etwa 3000 Quadratmeter für Gastronomie, Shops und Dienstleister. Insgesamt ist im ersten Bauabschnitt Platz auf 25.000 Quadratmetern für bis zu 800 Wissenschaftler und Partner namhafter Unternehmer zum Beispiel aus der Automobilindustrie. Offene Kommunikationsräume und eine transparente Gesamtstruktur sollen den gegenseitigen Austausch neuer Ideen kräftig beflügeln. In Zukunft ist zudem ein Parkhaus vorgesehen. Noch in diesem Jahr wollen die Investoren mit dem Bau beginnen. Bereits 2014 soll der Komplex fertig sein.

Viele Aufgabenbereiche und Themenschwerpunkte warten auf neue Erkenntnisse. Das Konzept reicht vom Leichtbau über den Werkzeugbau, für den es auch eine neue Weiterbildungs-Akademie gibt, die Prof. Schuh „einzigartig in der Welt“ nennt, bis zur Produktion von Elektrofahrzeugen.

So ist etwa eine „Anlauffabrik“ vorgesehen, die Kleinserien produzieren soll. Hier können kleine und mittelständische Unternehmen mit RWTH-Lehrstühlen zusammenarbeiten. Ein Elektromobilitätslabor soll aus neuen Gedanken und Technologien zukunftsweisende Produkte serienreif entwickeln. Schuh: „Ich bin begeistert über alle Maßen, dass es unser Produktions-Cluster ist.“

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert