Berlin - Bundesrat billigt höhere Zahlungen an Contergan-Opfer

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Bundesrat billigt höhere Zahlungen an Contergan-Opfer

Von: epd
Letzte Aktualisierung:
Contergan / WDR / Film
Szene aus dem ARD-Zweiteiler „Contergan”. Foto: ddp

Berlin. Contergangeschädigte Menschen können von diesem Jahr an mit höheren Zahlungen rechnen. Der Bundesrat ließ am Freitag in Berlin eine Änderung des Contergan-Stiftungsgesetzes passieren. Über die kommenden 25 Jahre sollen insgesamt 100 Millionen Euro als jährliche Sonderzahlungen an die Betroffenen überwiesen werden. Die erste Auszahlung soll in diesem Jahr erfolgen.

Die Höhe der Summe für den Einzelnen richtet sich nach der Schwere der Behinderung.

In Deutschland leben rund 2500 Männer und Frauen mit Behinderungen durch das Schlafmittel Contergan. Sie sind zwischen 48 und 52 Jahren alt und leiden häufig an Folgeschäden ihrer Behinderung. Außerdem haben rund 350 Menschen, die im Ausland leben, ebenfalls Anspruch auf die Zahlungen, weil sie durch Lizenzprodukte des Contergan-Herstellers geschädigt worden sind.

Der Contergan-Hersteller Grünenthal zahlt 50 Millionen Euro in die Contergan-Stiftung ein. Zudem sollen weitere Mittel in gleicher Höhe aus dem Kapitalstock der Stiftung an die Betroffenen ausgezahlt werden. Der Stiftung steht damit mehr Geld zur Verfügung. Ein Betroffener soll Mitglied im Stiftungsvorstand werden.

Der Contergan-Skandal war der erste große Arzneimittelskandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Stolberger Unternehmen Grünenthal hatte 1957 das Schlafmittel Contergan auf den Markt gebracht, nach dessen Einnahme Tausende Frauen missgebildete Kinder bekamen. 1961 wurde das Mittel vom Markt genommen.

Hungerstreiks von Contergangeschädigten sowie ein Fernsehfilm, der Ende 2007 ausgestrahlt wurde, hatten eine neue Debatte über das Leiden der Betroffenen ausgelöst und bereits im vergangenen Jahr zu einer Verdoppelung der Renten geführt.
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