Düsseldorf - Bürger wollen einheitliches Tarifsystem im Nahverkehr

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Bürger wollen einheitliches Tarifsystem im Nahverkehr

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Düsseldorf. Fast drei Viertel der Bürger in Nordrhein- Westfalen wünschen sich ein landesweit einheitliches Fahrpreissystem im öffentlichen Nahverkehr.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW. Der Wirrwarr bei den Tarifen sei für viele „eine enorme Hürde”, auf Bus oder Bahn umzusteigen, sagte Verbraucherzentralen-Vorstand Klaus Müller am Dienstag in Düsseldorf.

„Den Menschen ist das zu kompliziert, es ist leichter, sich ans Lenkrad zu setzen, auch wenn man im Stau landet.”

In NRW gibt es insgesamt neun Tarifsysteme im öffentlichen Personennahverkehr. In Schleswig-Holstein sei es auch gelungen, ein einheitliches System einzuführen, betonte Müller, der früher Umweltminister in dem nördlichen Bundesland war.

Künftig will die Verbraucherzentrale NRW die Bürger verstärkt bei Fragen zum Gesundheitswesen beraten. Nach dem Energie- und Telekommunikationsmarkt sowie dem Internet sei das „die nächste große Herausforderung”, sagte Müller.

In der Umfrage befürworteten 82 Prozent mehr Beratung bei Gesundheitsthemen. Das Gesundheitswesen werde immer mehr zu einem Markt, sagte Müller. „Der Arzt wird zum Kaufmann, der Patient zum Verbraucher.” Bisher gebe es bei den Beratungsstellen in NRW dazu nur ein „rudimentäres Angebot”.

Knapp 1,1 Millionen Menschen suchten im vergangenen Jahr bei Deutschlands größter Verbraucherzentrale Rat. Seit Anfang dieses Jahres ist die Zahl der Beratungsstellen um drei auf 57 gewachsen. In acht Landkreisen haben die Verbraucherschützer noch kein Büro.

Hochkonjunktur hatte 2009 angesichts Finanzkrise, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit die Geld- und Kreditberatung. „Abzocke im Internet” war ein weiteres beherrschendes Thema. So seien Verbraucher etwa auf der Suche nach kostenloser Software in teure Abofallen getappt.

Die Verbraucherschützer prangerten auch „perfide Abzocke” von Kindern und Jugendlichen bei vermeintlichen „Gratis-Online-Spielen” an. Die Kinder hätten oftmals heimlich Rechnungen von bis zu 2000 Euro per Handy oder Kreditkarte der Eltern produziert, sagte Müller.
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