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Bündnis für Alphabetisierung gegründet

Von: Madeleine Gullert
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Aachen. Mit gebündelten Ressourcen möchte das Aachener Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung Betroffenen helfen.

Die Volkshochschulen (VHS) aus der Region, die Arbeitsagentur Aachen-Düren, kirchliche Einrichtungen, aber auch einige Unternehmen, die Schuldnerberatung und Krankenkassen haben das Bündnis am Mittwoch offiziell in Aachen gegründet. Ziel ist es, Menschen die kaum lesen und schreiben können, noch gezielter und besser zu unterstützen.

Laut einer aktuellen Studie können 14,5 Prozent der erwerbsfähigen Deutschen Texte wie Beipackzettel oder Verträge nicht lesen – betroffen sind vor allem Männer, Ältere und Deutsche. Allein in Aachen sollen 24.000 Menschen funktionale Analphabeten sein. „Wir wollen uns austauschen, breiter aufstellen“, sagte Winfried Casteel, Leiter der pädagogischen Abteilung der VHS Aachen. Die Volkshochschulen bieten bereits jetzt mehr als 90 Prozent der sogenannten Grundbildungskurse in NRW an. Mit den Bündnispartnern will man sich vernetzen, vorhandene Angebote bündeln und weiterentwickeln. Laut Casteel könne sich jeder Interessierte einbringen.

Sylvia Löhrmann (Grüne), Landesministerin für Schule und Weiterbildung, lobte das Bündnis, weil es sehr breit aufgestellt ist. „Das Problem kann nämlich nicht allein von der Politik und Weiterbildungseinrichtungen gelöst werden“, sagte Löhrmann, die Schirmherrin des NRW-Netzwerks für Alphabetisierung ist. Das Aachener ist innerhalb dieses Netzwerks bereits das 16. Bündnis. „Das ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte Löhrmann, es bedürfe jedoch noch weiterer helfender „Hände und Herzen“. Es gehe darum, Bildungsgerechtigkeit zu schaffen.

Dass nämlich Grundbildung, also auch Lesen und Schreiben, essenziell ist, betonte Gabriele Hilger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen-Düren. Von den 25.000 Arbeitslosen in der Region hätten 15 Prozent keinen Schulabschluss. Künftig wolle man noch gezielter auf eventuelle Probleme im Bereich der Grundbildung achten, „Wir müssen Defizite dort erkennen und fördern.“ Besonders wichtig sei aber, das betonten alle Beteiligten, ein Bewusstsein in der Gesellschaft zu fördern und Analphabetismus zu enttabuisieren.

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