Aachen - Bombendrohung in der Innenstadt

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Bombendrohung in der Innenstadt

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Riadh B. hatte im vergangenen Jahr mit Bomben gedroht und die Aachener Innenstadt stundenlang lahmgelegt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Mann, der sich am Montag am Aachener Hansemannplatz in einer Wohnung verschanzt und mit einer Bombe gedroht hatte, hatte zuvor zwei Mädchen in seiner Gewalt. Eines davon hatte er gefesselt und versucht, sie vom Balkon aus dem sechsten Stock in die Tiefe zu stürzen.

Die Mädchen konnten aus der Wohnung fliehen und haben dann den Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Eine von ihnen hatte Schnittverletzungen an den Händen. aut Staatsanwaltschaft hat ein Gutachten ergeben, dass der Nordafrikaner vermindert schuldfähig ist. Er soll in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Ihm werden versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Bedrohung des öffentlichen Friedens zur Last gelegt.

Die Peterstraße war am Montag zwischen Hansemannplatz und Bushof für jeden Verkehr gesperrt, die angrenzenden Geschäfte mussten schließen, eine Einsatzhundertschaft, ein Hubschrauber und rund ein Dutzend SEK-Kommandos aus halb NRW wurden herbeigeordert.

Begonnen hatte alles 15 Minuten zuvor mit der Streitigkeit zwischen dem 42 Jahre alten Mann und zwei jungen Frauen, bei der dieser eines der beiden 15-jährigen Mädchen durch einen Stich in das Bein leicht verletzt hatte. Den herbeigerufenen Polizeibeamten kündigte der Mann, der sich in seiner Wohnung verschanzt hatte, an, er habe einen Sprengsatz und werde diesen zur Explosion bringen, wenn die Polizei sich nicht zurückziehe. Er stellte ein Ultimatum, das verstrich.

Vieles, was der aus Nordafrika stammende Mann schrie, war nicht oder kaum verständlich, seine Drohungen reichten aber aus, die Nachbarn in Angst und Schrecken zu versetzen und die Polizei zum Einsatz immer schwererer Mittel zu bewegen. Vorübergehend war gar von einem Terroranschlag die Rede, zeitgleich seien auch Bomben in Berlin und Paris deponiert. Außerdem warf der 42-Jährige vom Balkon aus Gegenstände auf die Fahrbahn, etwa Blumentöpfe, einen Rucksack und einen Kinderroller.

Unterdessen rasten immer mehr Polizeiwagen mit Blaulicht und Martinshorn herbei. Beamte legten schusssichere Westen an und füllten das Magazin einer Maschinenpistole - mitten auf der Kreuzung und unter den Augen von Dutzenden von Schaulustigen. Der Verkehr staute sich zur Hauptzeit inzwischen in der halben Innenstadt.

Mit körperlicher Gewalt

Es dauerte etwa eine Stunde, bis die ersten Sondereinsatzkommandos mit quietschenden Reifen auftauchten. Die Einsatzleitung hatte zu diesem Zeitpunkt die Kölner Polizei übernommen, was die Lage vor Ort nicht unbedingt überschaubarer machte. Die auf derartige Bedrohungslagen spezialisierten, mit Sturmhauben maskierten Männer stürmten gegen 18.40 Uhr die Wohnung und überwältigten den Mann, der unverletzt blieb. Seine Wohnung wurde akribisch auf Sprengstoff durchsucht - ohne Ergebnis. Nach mehr als vier Stunden wurde der Verkehr gegen 21.30 Uhr wieder freigegeben.
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