Aachen - Bombenbauer will rechte Szene verlassen

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Bombenbauer will rechte Szene verlassen

Von: nou
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Aachen. Im Prozess um zwei mutmaßliche Bombenbauer aus der rechten Szene haben Zeugen den 20 Jahre alten Angeklagten am Donnerstag als schwierig, abgedreht, aggressiv und gewaltbereit geschildert.

Andere aus der Szene werfen ihm gar Verrat vor, weil sie erfahren haben wollen, dass er die Kameradschaft Aachener Land (KAL), bei der er Mitglied war, beim Staatsschutz „in den Dreck gezogen” habe.

Laut Staatsanwaltschaft soll der 20-Jährige zusammen mit einem 25-jährigen mitangeklagten Freund 2010 Silvesterknaller mit Glasscherben präpariert haben, um damit am 1. Mai 2010 bei einer Demonstration von Rechten in Berlin Polizisten und Gegendemonstranten zu verletzen. Die präparierten Knaller waren aber nicht auf die Demo gelangt, da sie bei einer Vorkontrolle fallengelassen wurden. Darauf sichergestellte DNA führte zu den Angeklagten.

Der jüngere von beiden gab an, er habe die Knaller ohne Hintergedanken präpariert, auf der Busfahrt nach Berlin herumgereicht und sich dann entschieden, sie nicht zur Demo mitzunehmen. Er mutmaßte, das habe jemand anderes getan. An das Herumreichen von Böllern im Bus konnte sich am Donnerstag nur einer von 13 Zeugen aus der rechten Szene erinnern.

Laut eigenem Bekunden trug sich der 20-Jährige bereits im Mai 2010 mit dem Gedanken, sich von der KAL zu lösen. Diesen Eindruck hatte auch ein Beauftragter des NRW-Innenministeriums, der Menschen aus der rechtsextremen Szene beim Ausstieg hilft. Maskenbildenerisch im Aussehen verändert, stellte er sich vor Gericht unter dem Arbeitsnamen „Felix Medenbach” vor. Er habe den jungen Mann drei Mal getroffen. Der 20-Jährige habe dabei keine KAL-Interna ausgeplaudert, durchaus Interesse am Ausstieg bekundet, sich aber ein ums andere Mal Bedenkzeit erbeten.

Den beiden Angeklagten werden auch Schmierereien unter anderem auf dem Jüdischen Friedhof in Aachen vorgeworfen. Ihr Prozess geht heute weiter.
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